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FAO Waldfläche

Weltweiter Waldverlust verlangsamt

In den vergangenen fünf Jahren hat sich der weltweite Waldverlust verlangsamt. Das berichtet die Welternährungsorganisation FAO der Vereinten Nationen. Demnach gingen seit 2015 jährlich 10 Mio. ha Wald verloren. In den fünf Jahren davor waren es noch jährlich 12 Mio. ha.

0,5 ha Wald pro Person

Der FAO-Waldbericht (Global Forest Resources Assessment 2020, FRA 2020) liegt in Auszügen vor. Der komplette Bericht mit Länderdaten erscheint zu einem späteren Zeitpunkt. Laut ihm beträgt die weltweite Waldfläche gut 4 Mrd. ha. Das ist gut ein halber Hektar pro Person. Ein gutes Viertel der Wälder sind Urwälder (1,11 Mrd. ha). Rund 30% aller Wälder nutzt man zur Produktion von Holz und Nichtholzprodukten.

Waldfläche schrumpft weiter

Seit 2010 ist die weltweite Waldfläche um 4,7 Mio. ha geschrumpft, seit 1990 um 178 Mio. ha. In Asien, Ozeanien und Europa ist die Waldfläche während der vergangenen zehn Jahre gewachsen. In Afrika und Südamerika schrumpft sie weiter.

Die Hälfte ist nachhaltig bewirtschaftet

Etwa ein Drittel der weltweiten Landfläche ist von Wald bedeckt. Um der Bedeutung der Wälder gerecht zu werden, fordert Maria Helena Semedo, stellvertretende Generalsekretärin für Klima und natürliche Ressourcen der FAO, den Waldverlust weiter einzudämmen. Immerhin unterliegen mittlerweile etwa 2,05 Mrd. ha und damit mehr als die Hälfte der weltweiten Waldfläche langfristigen Managementplänen, werden also nachhaltig bewirtschaftet.

Mehr Wälder unter Schutz

Die Fläche von Wäldern in Schutzgebieten hat sich seit 1990 um 191 Mio. ha vergrößert. Sie liegt mittlerweile bei 18 % der gesamten Waldfläche mit dem höchsten Anteil in Südamerika. Die Fläche der Wälder, die in erster Linie dem Schutz von Boden und Wasser dienen, steigt. 93% aller Wälder weltweit verjüngen sich natürlich, nur 7% sind gepflanzt. Die Menge an gespeichertem Kohlenstoff in den Wäldern sinkt aufgrund der schrumpfenden Waldfläche, obwohl pro Hektar während der vergangenen 30 Jahre leicht gestiegen ist.

Corona fördert Waldverlust

Die grundsätzlich positive Tendenz der Waldentwicklung könnte durch die Corona-Krise kippen. Laut einem WWF-Bericht stieg der Waldverlust in den Tropen im März 2020 um 150 % gegenüber dem Vorjahresmonat an. Der WWF hat für den Bericht die Waldentwicklung in 18 Ländern untersucht. Insgesamt seien im März dieses Jahres rund 645.000 Hektar Tropenwälder verschwunden. Den größten Verlust verzeichnet Indonesien mit über 130.000 Hektar, gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo (100.000 Hektar) und Brasilien (95.000 Hektar).

Gründe sieht der WWF einerseits im Rückzug von Staaten aus dem Waldschutz, was illegalen Holzeinschlag und Plünderungen fördere. Ein anderer Grund ist der Zusammenbruch der Märkte durch Corona. Legale Holznutzung oder Tourismus seien zum Erliegen gekommen. Wälder verlören dadurch an Wert oder die Bevölkerung nutze sie mangels anderer Einkommen als Brennholzquelle für Eigenbedarf oder Verkauf.

FAO/WWF/Red.

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