ABO

Mehr Wald für den Klimaschutz

Anlässlich der Waldbrände in Australien erklärt der einzige Förster im Deutschen Bundestag, Dr. forest Christoph Hoffmann MdB, Entwicklungspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion:

Der Klimawandel zeigt derzeit dramatische Auswirkungen in Australien. Riesige Flächen brennen nach Trockenperioden und Hitze lichterloh und das bei vermeintlich nur wenigen Grad Erhöhung der Durchschnittstemperatur. Auch im deutschen Wald kann sich diese Katastrophenlage kurzum einstellen.

Um in den Mittelgebirgen immense Feuer zu entfachen, genügen bei einem weiteren trockenen Sommer nur ein paar Funken. Borkenkäferschäden und neue Witterungsextreme haben in den vergangenen zwei Jahren zu einem massiven Anstieg von abgestorbenem Holz im deutschen Wald geführt. Ein weiterer trockener Sommer und das trockene Holz brennt wie Benzin. Die abgestorbenen Bäume zu entfernen, ist daher nicht länger eine Aufgabe der Waldwirtschaft, sondern mittlerweile eine der öffentlichen Vorsorge und des Brandschutzes.

Unser Wald stellt aber per se keine Gefahr dar: Stattdessen ist dieser im Kampf gegen den beschleunigten Klimawandel essentiell. So kann mit Wald CO₂ effektiv und kostengünstig gebunden werden. Die Bundesregierung ist auf diesem Ohr jedoch taub.

Die FDP-Fraktion hat im vergangenen Jahr einen Antrag für „Weltweit mehr Wald für den Klimaschutz“ gestellt, welcher jedoch von allen anderen Parteien aus taktischen Gründen abgelehnt wurde. Diese Entscheidung ist dramatisch. Denn allein 2019 gingen uns weltweit über 13 Mio. ha netto an Wald verloren, wodurch der Klimawandel weiter beschleunigt wird.

Wir brauchen JETZT deutsche und internationale Anstrengungen, um Waldflächen aufzuforsten. Hierzu werden wir eine UN-Konvention benötigen, um zudem die negativen Waldbilanzen einzelner Staaten zu ächten sowie eine Geberkonferenz. Im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels kann und wird es nur eine gemeinsame Lösung geben – die im internationalen Verbund.

„Weltweit mehr Wald für den Klimaschutz“ Drucksache 19/9226 (PDF 165 KB)

Red./Büro Dr. forest Christoph Hoffmann MdB

Auch interessant

von