WaldÖkologie

Weltwassertag: Warum der Wald für unser Grundwasser wichtig ist

Bearbeitet von Jörg Fischer

Am 22. März ist Weltwassertag. In diesem Jahr steht dieser unter dem Motto „Grundwasser: der unsichtbare Schatz“. Gerade die letzten Jahre haben gezeigt, dass wir mit unserem Grundwasser nicht zu selbstverständlich umgehen sollten. Die lang anhaltende Trockenheit führte immer wieder zu Wasserknappheit. Ein Grund mehr, sich an diesem Tag bewusst zu machen, wie wertvoll unser Grundwasser ist und welche Rolle der Wald bei dessen Gewinnung spielt.

Was ist eigentlich der Weltwassertag? Tatsächlich wird dieser Mottotag bereits seit 1992 von den Vereinten Nationen ausgerufen. Jedes Jahr, am 22. März, soll so auf die lebenswichtige Bedeutung des Wassers in all seinen Facetten hingewiesen werden. In diesem Jahr steht das Grundwasser im Fokus des Wassertags. Im Vordergrund steht das Problem, dass vielen Menschen gar nicht bewusst ist, welchen Belastungen unser Grundwasser durch menschliche Einflüsse und zunehmend auch durch den Klimawandel (was nicht zuletzt die Auswirkungen der letzten Extremjahre mehr als deutlich gemacht haben) ausgesetzt sind. Es geht also darum, den Wert der Ressource Grundwasser gesellschaftlich und politisch stärker ins Bewusstsein zu rücken.

Der Weltwassertag, das Grundwasser und der Wald

Tatsächlich ist das Grundwasser auf verschiedene Weise für den Wald von Bedeutung. So spielt es natürlich eine Rolle bei der Versorgung der Waldvegetation mit Wasser. Je höher der Grundwasserspiegel, desto besser ist die Pflanzenverfügbarkeit und die Bäume können den Grundwasserspiegel mit ihren Wurzeln noch erreichen. Fällt der Grundwasserstand nach lang anhaltender Trockenheit ab, so können auch die Pflanzen – somit auch die Bäume – nicht mehr auf das Wasser zugreifen. Gerade in den letzten Jahren war eine solche Entwicklung zu beobachten. Die Vorräte leerten sich teils rapide, sodass auch der Grundwasserspiegel deutlich abfiel. Da von oben kein Nachschub an Wasser kam, gerieten viele Wälder in eine Trockenstress-Situation.

Warum das Grundwasser auch vom Wald profitiert

Aber der Wald erfüllt auch wichtige Funktionen für unser Grundwasser. So hilft der Waldboden mit seiner Vegetationsschicht auch bei der Grundwasserneubildung. Der Boden im Wald funktioniert dabei wie ein Schwamm. Er speichert Wasser in großen Mengen und das auch über längere Zeiträume. Das Wasser wird erst nach und nach ans Grundwasser abgegeben. Über die Wurzeln wird das Wasser allmählich nach unten geleitet. Während seiner Wanderung in die Tiefe wird das Regenwasser dabei zusätzlich gefiltert. So wird z.B. Nitrat aus dem Sickerwasser entfernt. Die Menge des ans Grundwasser abgegebenen Wassers entspricht dabei etwa 30 bis 45 % des gefallenen Niederschlags, da nur ein Teil des Wassers tatsächlich vom Wald für dessen Wachstum benötigt wird.

Somit spielt der Erhalt gesunder, anpassungsfähiger Wälder auch für den Schutz des „Schatzes unter unseren Füßen“ – des Grundwassers – eine wichtige Rolle, die wir nicht vergessen sollten.

Mit Material von Wald und Holz NRW, BMUV und Bündner Wald