WaldÖkologie

Welttag des Artenschutzes im Zeichen des Waldes

Bearbeitet von Jörg Fischer

Der 3. März ist der Welttag des Artenschutzes (World Wildlife Day), begründet im Jahr 2013 durch eine Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen. In diesem Jahr steht dieser Tag ganz im Zeichen der Wälder.

Der Aktionstag erinnert jährlich an die Unterzeichnung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens am 3. März 1973. An diesem Tag sind Institutionen und Organisationen jeglicher Art sowie die Öffentlichkeit weltweit dazu aufgerufen, auf die Bedeutung wild lebender Tier- und Pflanzenarten und den globalen Artenschwund aufmerksam zu machen.

Unsere Wälder als Lebensgrundlage erhalten

In diesem Jahr steht der Welttag des Artenschutzes unter dem Motto „Forests and Livelihoods: Sustaining People and Planet“ („Wälder und Lebensgrundlagen: Erhalt von Mensch und Planet“). Hierbei soll auf die weltweit schwindenden Waldbestände aufmerksam gemacht werden. Global betrachtet spielen Wälder als Lebensgrundlage der Menschen eine wichtige Rolle. Vor allem die Regenwälder sind vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels von enormer Bedeutung. Wald nimmt weltweit etwa 25 % der Landfläche ein. Zwischen 2010 und 2015 gingen jährlich im Durchschnitt 3,3 Mio. ha des globalen Waldbestands verloren. Besonders starkt sind bis heute die Regenwaldregionen vom Waldverlust betroffen, trotz verstärkter Schutzmaßnahmen und vielfältiger Aufforstungsprojekte. Viele Expertinnen und Experten befürchten daher, dass die Vernichtung der Regenwälder in absehbarer Zeit einen kritischen Wendepunkt erreicht haben könnte, der erhebliche Konsequenzen für die Biodiversiät und unser Weltklima nach sich ziehen würde.

Die Weltgemeinschaft ist nicht untätig. In den vergangenen Jahrzehnten wurde eine Vielzahl internationaler Projekte zum Schutz der Artenvielfalt und zur Konservierung unserer Waldflächen durchgeführt. Doch um den nach wie vor anhaltenden Waldflächenverlust und Artenschwund zu stoppen, müssen die gemeinschaftlichen Bemühungen in Zukunft deutlich verstärkt werden.

Arten- und Klimaschutz durch nachhaltige Waldwirtschaft?

Und wie sieht die Situation in Deutschland aus? Studien legen nahe, dass kein Lebensraum bei uns so naturnah, vielfältig und langlebig ist wie der Wald. Als aktuelles Beispiel sei in diesem Zusammenhang die Studie „Klimaschutz mit Wald“ von Prof. Dr. Schulze des Max-Planck-Instituts zu nennen. Ein weiteres Beispiel ist der „Bericht zur Lage der Natur in Deutschland“ des Bundesumweltministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Die Naturschutzexperten kommen darin zu dem Schluss, dass die guten Erhaltungszustände vieler Buchenwald-Lebensräume auch auf eine naturnahe Waldbewirtschaftung zurückzuführen seien. Der größte Zuwachs an Brutvögeln sei im Wald zu verzeichnen, so das Bundesamt für Naturschutz (BfN).

„Hohe Biodiversität in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern ist kein Zufall“

„Hohe Biodiversität in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern ist kein Zufall, sondern das Ergebnis vorausschauenden Handelns von Forstleuten der letzten Jahrhunderte. Der Klimawandel bedroht den Wald – und damit auch die Arten. Für die Klimakrise sind wir alle verantwortlich, deshalb muss die Gesellschaft ein Interesse am Erhalt der Wälder haben, nicht nur wegen Ihrer Biodiversität, sondern auch wegen Ihrer Klimaschutzfunktion. Nur so können wir Arten erhalten und weiter von den Ökosystemleistungen des Waldes profitieren“, betonte deshalb auch Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats (DFWR) anlässlich des Welttags des Artenschutzes, „dabei dürfen aber Biodiversität und Klimaschutz nicht gegeneinander ausgespielt werden.“ Vielmehr sei beides in einem ganzheitlichen und integrativen Ansatz gemeinsam zu denken. Der Klimawandel bedroht den Wald mit seiner Biodiversität und seinem enormem Klimaschutzpotenzial. Kürzlich veröffentlichte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Ergebnisse des Waldzustandsberichts, wonach der Wald massiv unter den Folgen der Wetterextreme der letzten Jahre leidet. Schirmbeck: „Die Folgen des Klimawandels gefährden den gesamten deutschen Wald und damit alle an ihn gebundenen Arten. Die Wälder aktiv an den Klimawandel anzupassen und damit langfristig als Hotspot der Biodiversität zu erhalten ist eine Jahrhundertaufgabe – nicht nur für Forstleute und Waldbesitzende, sondern für die ganze Gesellschaft. Eine Anpassung unserer Wälder erreichen wir jedoch nicht durch Nichts-Tun, sondern durch aktives Handeln.“

„Artenschutz nur mit dem Engagement verantwortlicher Land- und Forstwirte“

Max v. Elverfeldt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst (FabLF), erklärte: „Um die Artenvielfalt zu erhöhen, braucht es das Engagement verantwortlicher Land- und Forstwirte. Viele unserer Familienbetriebe zeigen bereits heute, wie Artenschutz und nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen miteinander in Einklang gebracht werden können.“ Der Wald erreiche bei der Artenvielfalt den höchsten Wert aller Lebensraumtypen in Deutschland. Von Elverfeldt betonte daher: „Wir brauchen noch mehr Anreiz- und Honorierungsmodelle, um ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte zusammenzuführen. Die Stilllegungen von Flächen sind dabei der falsche Weg und konterkarieren das gemeinsame Ziel, die Artenvielfalt zu erhöhen.“

Mit Material von BMU, bpb, DFWR und FabLF