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Weltnaturerbe: NP Vorpommern vor neuen Herausforderungen

Am 1. März wurde in der Darßer Arche in Wieck das ereignisreiche Jahr 2011 des Nationalparkamtes Vorpommern durch Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, Landrat Ralf Drescher und den Leiter des Nationalparkamtes Vorpommern Gernot Haffner ausgewertet.
„Der Höhepunkt 2011 war zweifelsohne die Einschreibung von Teilen des Nationalparks Jasmund in die Liste der UNESCO-Weltnaturerbestätten. Auf einer Festveranstaltung am 16. November in Berlin wurde von dem Direktor des UNESCO-Welterbezentrums, Francesco Bandarin, feierlich die Anerkennungsurkunde überreicht“, sagte Minister Dr. Backhaus. Gemeinsam mit vier weiteren Buchenwäldern in Deutschland wurde ein knapp 500 ha großes Gebiet im Jasmund Nationalpark eine Weltnaturerbestätte der Menschheit.
Damit gehört der Buchenwald im Jasmunder Nationalpark, wie übrigens auch der Buchenwald im Müritz-Nationalpark, in eine Kategorie wie die Galapagos Inseln, der Yellowstone Nationalpark oder die Osterinsel. „Diese Auszeichnung birgt für den Nationalpark ein riesiges Potential, Tourismus mit Natur- und Umweltschutz zu verbinden. Nun haben wir eine weitere Perle von internationalem Rang in unserem Land!“, erklärte der Minister.
Die Nationalparkzentren und andere Ausstellungsorte wie das Natureum Darß bildeten Anziehungspunkte auch über die Hauptsaison hinaus, so dass sie den Einfluss des verregneten Wetters auf die Besucherzahlen im letzten Jahr teilweise abfedern konnten. So wurden 2011 in den beiden Nationalparken ca. 5 % weniger Besucher begrüßt als 2010.
Für das Jahr 2012 formulierte Minister Dr. Backhaus mehrere wichtige Aufgaben. Der Minister betonte: „Zum einen müssen im Nationalpark Jasmund die für das Weltnaturerbegebiet geplanten Maßnahmen der Besucherlenkung und -information durch Schilder, Faltblätter etc. umgesetzt werden. Zum anderen muss die Überarbeitung der Nationalparkpläne der neuen Bedeutung durch die UNESCO gerecht werden.“ Das heißt, dass laut Landtagsbeschluss bis Ende des Jahres ein Konzept entwickelt werden soll. Dazu ist vorgesehen, dass ein wissenschaftliches Begleitmonitoring eingeführt wird, das dem Unversehrtheitsanspruch der UNESCO Rechnung trägt.
Diese und andere Punkte sollen auch in einer breiteren Öffentlichkeit diskutiert werden. Um die Kommunikation zwischen Nationalparkamt und Verbänden wieder neu zu beleben, fanden 2011 nach längerer Pause erstmals wieder Verbändestammtische für den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft statt. Es wurden offene und faire Diskussionen zu Fachfragen und zur strategischen Ausrichtung der Nationalparkarbeit geführt. Minister Dr. Backhaus unterstrich, dass: „diese Zusammenarbeit nun konsequent weitergeführt werden soll, damit die Umweltverbände in die Lage versetzt werden, als Multiplikator für den Nationalpark zu wirken. Die Themen der nächsten Stammtische sind Kooperation, Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit sowie Besucherlenkung und das Wegekonzept. Dabei muss verstärkt auf die Gefahren in der Natur hingewiesen werden. Küstenabbrüche zum Beispiel sind normale Vorgänge der Natur. Hier hilft vor allem Aufklärung.“
Zum Hintergrund:
Die Nationalparks Jasmund und der Vorpommersche Boddenlandschaft werden vom Nationalparkamt Vorpommern (NPA) mit Sitz in Born auf dem Darß betreut. Beide Schutzgebiete umfassen eine Fläche von 81.700 ha, wobei der überwiegende Anteil von 65.900 ha Ostsee und Boddengewässer sind. Der Landanteil von 15.800 ha beinhaltet im Wesentlichen 8.400 ha Wald und 4.200 ha Grünland. Bereits 9.567 ha und damit 60,5 % der Landfläche befinden sich im Landeseigentum und werden durch das NPA Vorpommern direkt verwaltet. Für die 3.210 ha bundeseigene Flächen wird die Betreuung im Rahmen einer Verwaltungsvereinbarung durch die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten auf der Grundlage des Nationalen Naturerbes weitergeführt. Das zu unterhaltende touristische Wegenetz umfasst ca. 319 km, davon 183 km Wanderwege, 27 km Radwege, 52 km Kutschwege und 57 km Reitwege.
Nach über 20 Jahren Nationalparkentwicklung unterliegen im Nationalpark Jasmund ca. 2.500 ha oder 81 % und im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ca. 6.000 ha oder 8% einer weitgehend natürlichen Entwicklung und erfüllen auf diesen Flächen bereits die Nationalparkzielstellung. Langfristig gilt es, die in den Nationalparkplänen ausgewiesenen Zielbereiche konsequent weiterzuentwickeln, damit die Nationalparke ihren Beitrag bei der Umsetzung des Biodiversitätskonzeptes in Deutschland erbringen können.
 
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

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