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Weltklimagipfel in Paris: Forstwirtschaft fordert die Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels

Mit Spannung schaut die Weltgemeinschaft auf den Klimagipfel in Paris. Von den Ergebnissen der Verhandlungen sind auch die deutschen Wälder betroffen. Die Forstwirtschaft fordert daher, verbindliche Maßnahmen zu beschließen, die den Temperaturanstieg bis zum Jahr 2100 auf 2 °C begrenzen.

Doch selbst die Einhaltung des bescheidenen „Zwei-Grad-Ziels“ stellt für die Erhaltung der Wälder und das forstliche Handeln eine große Herausforderung dar, weil bereits diese scheinbar geringe Temperaturverschiebung enorme Folgen für die Gesundheit und Zukunft der Wälder hat. Zukünftig ist vermehrt mit Klimaextremen wie Trockenheit, Hitzewellen und Stürmen zu rechnen. Mit wärmeren Sommern und immer längeren Trockenphasen geraten die Wälder unter Hitze- und Trockenstress. Zudem steigt die Gefahr durch Waldbrände. Gleichzeitig verstärkt sich bei erhöhtem Stress das Risiko durch die Massenvermehrungen von Schädlingen wie den Borkenkäfer.
Vorsorgendes forstliches Handeln ist erforderlich
Die Forstwirtschaft kann nicht alle Forschungsergebnisse zum Klimawandel abwarten, denn heute werden die Weichen für die Wälder des Jahres 2200 gestellt. Die Wälder müssen auf den Klimawandel aktiv vorbereitet werden, damit sie stabil genug sind, den Klimaschwankungen zu trotzen. Nach dem Motto „Wer streut, rutscht nicht“ setzen viele Forstbetriebe auf eine gesunde Mischung standortangepasster Baumarten, um so das Risiko für den Wald zu verringern. In den kommenden Jahren werden vermehrt Baumarten wie Buche, Eiche, Tanne oder Douglasie beim Waldaufbau gepflanzt, die den Folgen des Klimawandels eher standhalten. Wichtig ist auch der möglichst heterogene Altersaufbau der Waldbestände. Wenn dann z.B. bei einem Sturm die großen Bäume umstürzen, können die jungen Bäume sofort ihren Platz einnehmen. Dieser aufwändige Waldumbau senkt das Risiko und hat das Ziel, den Wald dauerhaft zu erhalten. Doch diese Arbeit erfordert Know-how, Geld und Zeit.
Stabile Wälder und Holzverwendung sind unentbehrlich für den Klimaschutz
Die Erhaltung der Wälder ist in mehrfacher Hinsicht wichtig für den Klimaschutz. Zum einen entziehen nachhaltig genutzte Wälder der Atmosphäre das schädliche Klimagas Kohlendioxid (CO2), in dem es in der Biomasse der Blätter, Nadeln und im Holz sowie im Waldboden gespeichert wird. Zum anderen ersetzt der Ökorohstoff Holz energieintensive Baustoffe wie Stahl, Aluminium und Beton oder als CO2-neutraler Energieträger zur Neige gehende, fossile Brennstoffe. In langlebigen Holzprodukten wie in Möbeln oder beim Hausbau wird mittel- bis langfristig CO2 gebunden.
Deutscher Forstwirtschaftsrat

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