Baum und Natur

Weltbienentag – Bedeutung für den Wald

Bearbeitet von Carolin Föste

Welchen Stellenwert haben Bienen für den Wald und die Natur? Am heutigen Weltbienentag, dem 20. Mai, macht Cem Özdemir, Minister für Ernährung und Landwirtschaft auf den Wert der Biene in der Landwirtschaft aufmerksam. Ihr natürlicher Lebensraum ist jedoch der Wald – weshalb die nützlichen Bestäuber auch auf den Deutschen Baumpflegetagen vertreten waren.

Der Lebensraum der Bienen wird weltweit zurückgedrängt. Die Konsequenz ist das Sterben von wildlebenden Honigbienen, verstärkt durch den Klimawandel, die Varroamilbe und Chemikalien in der Natur. Ein Problem mit fundamentalen Auswirkungen. Denn ohne die Bestäuber, ist die Biodiversität und auch die Ernährung der Weltbevölkerung gefährdet.

Weltbienentag in der Politik

Özdemir beschreibt zum Weltbienentag: „Wo es summt und brummt, ist unsere Natur in Ordnung. Bienen und andere Bestäuber haben eine zentrale Bedeutung für unser Ökosystem und die Landwirtschaft. Sie tragen maßgeblich zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei und sorgen dafür, dass wir eine große Auswahl beim Obst und Gemüse haben. Sie verdienen deshalb unseren besonderen Schutz. Seit Jahren nimmt die Zahl von Wildbienen und anderen Bestäubern ab, weil zunehmend Lebensräume verschwinden bzw. fragmentiert werden oder sie unter den Folgen des intensivierten Landbaus leiden.“

Daher fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) verschiedene Projekte und Maßnahmen zum Schutz der Biene. Dazu gehören landwirtschaftliche Anbaukonzepte mit reduziertem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die Förderung von Blühstreifen und anderen „Bienenweiden“ sowie der Ökolandbau.

Das BMEL zählt die Biene zu den drei wichtigsten Nutztieren für die Gesellschaft, neben dem Schwein und dem Rind. Auf Agrarflächen bestäuben Bienen schließlich zahlreiche Lebensmittel wie Raps, Kräuter und Sonnenblumen. Auch Obstbäume profitieren. Aber welchen Nutzen hat die Biene im Wald?

Bienen auf den Deutschen Baumpflegetagen 2022

Auf den Deutschen Baumpflegetagen 2022 zeigte der Gründer der Bienenbotschaft, Antonio Gurliaccio gemeinsam mit Martin Götz von Götz Baumpflege, schon vor dem Weltbienentag, was die Bestäuber über die herkömmliche Honiggewinnung hinaus leisten können. In Anlehnung an den historischen Beruf des Zeidlers beschäftigt sich Gurliaccio damit, wo Bienenvölker abseits der Imkerei vorkommen und baut für sie unter dem Projektnamen „natural habeetat *tree“ ihren natürlichen Lebensraum im Wald nach.

Von der Bienenbotschaft nachgebaute Baumhöhlen, sogenannte Klotzbeuten, ersetzen fehlende Baumhöhlen in Totholz. Sie werden von Wildbienen als Brutplätze genutzt. Wie gut und unter welchen Bedingungen das funktioniert, dafür ist Gurliaccio Experte. „Die Klotzbeute ist wie ein Energiesparhaus für Bienen“, sagt der Bienenbotschafter, der die Klotzbeuten selber baut, im Wald installiert und wartet.

Bienen dienen der Artenvielfalt im Wald

Da Bienen natürlicherweise in 6-8 m Höhe Baumhöhlen bewohnen, leben sie mit dem Wald in Symbiose und bilden Lebensgemeinschaften. 30 Insektenarten, 180 Milbenarten und 8.ooo Mikroorganismen konnten in Bienenhabitaten nachgewiesen werden, berichtet die Bienenbotschaft. Aber auch Vögel und Säugetiere im Wald profitieren vom Schutz der Bienen. Daher wurde das Projekt 2019 als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

Die Bienenbotschaft vereint über den Aspekt des Artenschutzes hinaus die Imkerei mit der Forstwirtschaft, der Baumpflege und dem Naturschutz.

  • Tipp zum Weltbienentag: Bienen sind auch für den Deutschen Landwirtschaftsverlag (DLV) ein wichtiges Thema. Bei den Kolleginnen und Kollegen von Bienen und Natur finden Sie viele weitere Information über die fleißigen Helfer in der Natur. Auch Tipps für den eigenen Garten sind dabei. Hören Sie auch mal in die Drohnenschlacht rein!
Mit Material von BMEL, Bienenbotschaft