ABO

Wellpappenindustrie senkt Wachstumsprognose

Die Wellpappenindustrie verzeichnete im dritten Quartal 2018 zum ersten Mal seit Sommer 2016 einen leichten Rückgang des arbeitstäglichen Wellpappenabsatzes. Das für das Gesamtjahr erwartete Absatzwachstum wird wohl nicht erreicht.

Die Mitglieder des Verbandes der Wellpappen-Industrie (VDW) haben im dritten Quartal 2018 insgesamt 1,995 Mrd. m² Wellpappe abgesetzt. Das sind etwa 20 Mio. m² mehr als im zweiten Quartal. In der Summe beläuft sich der Absatz zwischen Januar und September 2018 auf 6 Mrd. m². Das entspricht im arbeitstäglich bereinigten Vergleich zu den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres einem Zuwachs von 2,9 %. Gleichzeitig bleibt die Situation mit einem Anstieg der Papierpreise um 4,7 % auf der Kostenseite weiter angespannt.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegt der Absatz des dritten Quartals in der arbeitstäglichen Betrachtung bei minus 0,9 %. „Die Wellpappenindustrie verzeichnet damit zum ersten Mal seit Sommer 2016 einen leichten Rückgang des arbeitstäglichen Wellpappenabsatzes. Das zu Beginn des Jahres erwartete Absatzwachstum von 3,9 % werden wir wohl nicht erreichen“, sagt Dr. Oliver Wolfrum, Geschäftsführer des VDW.

Wellpappenindustrie kämpft weiter mit hohen Papierpreisen

Besorgniserregend stellt sich dagegen nach Wolfrums Ansicht die Situation der Wellpappenhersteller auf der Kostenseite dar. Die Rohstoffkosten der VDW-Mitgliedsbetriebe blieben im dritten Quartal auf konstant hohem Niveau.

Prozentuale Entwicklung der Papierpreise 2011 bis September 2018. Quellen: VDW, EUWID

Nach EUWID-Index stiegen allein die Papierpreise seit Jahresbeginn insgesamt um 4,7 %. Die im gleichen Zeitraum erzielten Erlöszuwächse der VDW-Mitglieder in Höhe von 4,2 % konnten diesen Kostenanstieg nicht kompensieren.

Richtig einordnen lässt sich die Kostendramatik bei den Rohstoffen jedoch erst bei Betrachtung des Zeitraums ab Januar 2017. Wolfrum: „In den vergangenen 22 Monaten stiegen die Papierpreise laut EUWID um insgesamt 23,2 %, wogegen unsere Mitglieder ihre durchschnittlichen Erlöse lediglich um 9,7 % steigern konnten. Eine erneute Erhöhung der Papierpreise würde innerhalb dieser kritischen Lage zu weiteren gravierenden Belastungen unserer Mitglieder führen.“

Weitere Kostentreiber

Dies ist vor allem vor dem Hintergrund zu sehen, dass es im Jahresverlauf auch in weiteren Kostenbereichen zu teils erheblichen Steigerungen kam. Beim Personal, dem mit 21 % zweitgrößten Kostenblock nach den Rohstoffen (53,3 %), griffen im Frühjahr die tariflichen Erhöhungen um 2,1 %. Die Frachtraten stiegen laut Preisindex der VerkehrsRundschau seit Jahresbeginn um 4,6 % und der Börsenpreis für Strom legte im selben Zeitraum gar um 87,2 % zu.

Red./Quelle: VDW

Auch interessant

von