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Die Wellpappen-Industrie hat aus fast allen Branchen ein überwältigendes Feedback bekommen, insbesondere von Unternehmen, die Wert auf Nachhaltigkeit legen.

Wellpappen-Industrie erwartet Mengenzuwachs

Seit Jahren kann die Wellpappen-Industrie ständig neue Absatzrekorde verkünden und erwartet auch für 2018 einen Mengenzuwachs von 3,9 %.

Der Online-Handel mit Lebensmitteln wächst rasant. Während der gesamte E-Commerce nach Auskunft des Branchenverbandes bevh 2017 um 10,9 % zulegte, wuchs das Segment E-Food um 21,3 %. Experten trauen diesem Sortimentsbereich eine Vervielfachung des Wachstums in den nächsten Jahren zu. „Schon heute ist der überwiegende Teil der Lebensmittel auf ihrem Weg in den Supermarkt in Wellpappe verpackt“, sagt Dr. Oliver Wolfrum, Geschäftsführer des Verbandes der Wellpappen-Industrie (VDW). Seit Jahren kann die Wellpappen-Industrie ständig neue Absatzrekorde verkünden und erwartet auch für 2018 einen Mengenzuwachs von 3,9 %. Wolfrum begründet das mit dem wachsenden Bedarf an Verpackungen in der aktuell boomenden Konjunktur und mit dem Trend zu nachhaltigen, recyclingfähigen Verpackungen. „Gerade die Lebensmittelbranche legt Wert auf naturnahe, biologisch abbaubare Verpackungen“, so Wolfrum. Wellpappe sei ein echtes Kreislaufprodukt und Umweltexperten bescheinigten ihr daher ein großes Zukunftspotenzial.

Verpackungen aus Gras-Wellpappe

Einen alternativen Frischfaserzellstoff für die Papierherstellung verfügbar machen – das war die Grundidee des Projektes „Graspapier“. Die erste Anlage zur Herstellung von Graspapier steht auf dem Gelände der Papierfabrik Scheufelen an der Schwäbischen Alb. Dort wurde bis vor kurzem aus „grünem Zellstoff“ auch Wellpappenrohpapier unter der Marke „greenliner“ produziert; derzeit ruht die Produktion, das Unternehmen wird von einem Insolvenzverwalter geführt. Das Graspapier besteht zu 50 % aus dem neuartigen Frischfasermaterial auf Grasbasis und zu 50 % aus Holzzellstoff, das heißt aus 100 % nachwachsenden und recycelbaren, natürlich gewachsenen Rohstoffen.

„Wir haben aus fast allen Branchen ein überwältigendes Feedback bekommen, insbesondere von Unternehmen, die Wert auf Nachhaltigkeit legen“, sagt Horst Lamparter, Leiter Vertrieb und Marketing bei Scheufelen. So zum Beispiel von der REWE Group – sie nutzt als erster Lebensmittelhändler in Deutschland das neue Material für ihre Obstschalen. In Zukunft werde die REWE Group bei relevanten Artikeln in ihrer Obst- und Gemüse-Saisonplanung überprüfen, ob sie Verpackungen aus Gras-Wellpappe einsetzen kann. Doch dazu müsste der Papierhersteller liefern können.

Ökologische Vorteile

Insgesamt unterscheidet sich die Herstellung von Graspapier technisch kaum von der normalen Papierherstellung. Allerdings sei bei der Herstellung des Fasermaterials aus Gras im Gegensatz zur Herstellung von Frischfaser-Zellstoff aus Holz der chemische „Aufkochprozess“ nicht erforderlich. Es finden vielmehr mechanische Prozesse statt, sodass der Wasserbedarf sinkt und Energie eingespart wird. „Wir setzen heute schon zur Hälfte Gras ein. Damit sparen wir einige tausend Liter Wasser und 50 % Energie“, sagt Lamparter. Dieser verantwortungsvolle Umgang verstärkt die ohnehin schon großen ökologischen Vorteile von Papierverpackungen.

Graspapier kann als Welle und auch für die Außendecke und die Innendecke der Wellpappe eingesetzt werden. Dabei bestehen alle Lagen aus Gras-Wellpappenrohpapieren. Sie sind genauso stabil wie andere Wellpappenrohpapiere und die Oberfläche kann auch bedruckt werden.

Red./Quelle: Wellpappe Report 1/2018

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