Marteloskopbesuch mit Schülerinnen und Schülern in Freiburg
Marteloskopbesuch mit Schülerinnen und Schülern in Freiburg
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Welche Wälder wollen wir?

Wie werden der Wald und die Forstwirtschaft von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wahrgenommen und welche Art von Wald bevorzugen diese Gruppen? Mit einem neuen Forschungsprojekt will das European Forest Institute (EFI) und die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) diese Fragen erforschen.

Ein Ziel des Projekts „Martelkom“ (Marteloskope als Forschungs- und Kommunikationsinstrument für integrative Waldwirtschaft) ist es, in Zusammenarbeit mit regionalen Forstverbänden zu untersuchen, welche Vorkenntnisse, Werte und Einstellungen mit verschiedenen Eigenschaften von Wald verbunden sind. Ob und in welchem Umfang sich diese ändern, wenn Laien sich mit Waldbewirtschaftung auseinandersetzen, ist weiterhin Gegenstand der Forschung, die auch in Zusammenarbeit mit regionalen Forstverbänden in Arnsberg, Bonn und Freiburg durchgeführt wird. Auf diese Weise will das Projekt die Kommunikation zwischen forstwirtschaftlichen Akteuren und der breiten Öffentlichkeit verbessern. Besonders die Chancen und Herausforderungen einer integrativen Waldbewirtschaftung werden im Fokus der Kommunikation stehen.

Forschung mit Marteloskopen

Was hat das Ganze mit Marteloskopen zu tun? Marteloskope sind voll inventarisierte waldbauliche Übungsflächen und wurden in der Vergangenheit zum Beispiel für Lernübungen für forstlichen Akteure und politische Entscheidungsträger genutzt, um eine Diskussion über Managementziele zu ermöglichen. Dabei müssen die ökonomischen und ökologischen Werte eines Waldbestandes berücksichtigt werden und die potenziellen Auswirkungen forstlicher Maßnahmen auf diese Werte, also z.B. auf die Menge an Totholz im Wald, auf das Vorkommen von Tier- und Pflanzenarten oder auf wirtschaftlich interessante einzelne Bäume. Die Übungen werden mittels eines Tablets und einer speziell entwickelten Software umgesetzt, die alle relevanten Daten der Waldfläche beinhaltet.

Marteloskope sind jedoch nicht nur für Forstleute und politische Entscheidungsträger von Interesse, sondern können auch spannende Werkzeuge für qualitative Forschungen in den Sozialwissenschaften sein. Deswegen werden im Projekt Martelkom Forschungsexperimente mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen im Rahmen von Marteloskopübungen durchgeführt. Ziel ist es, die Einstellungen der Teilnehmenden in Bezug auf Wald und Forstwirtschaft zu verstehen und zu erforschen, ob und wie sich diese Einstellungen durch die Teilnahme an unseren Übungen verändern.

Zum Abschluss des Martelkom-Projekts sollen die Marteloskpoe um einen neuen Parameter erweitert werden: das „Erholungsmodul“, das auch die Erholungsfunktion des Waldes einbeziehen soll. Zudem werden Empfehlungen zur forstlichen Öffentlichkeitsarbeit entwickelt, um die Kommunikation zwischen Forstwirtschaft und Öffentlichkeit zu verbessern. Über die sozialen Medien, u.a. EFIs Resilience Blog und kurze produzierte Videos wird kontinuierlich zum aktuellen Stand der Dinge informiert.

Das Projekt wird finanziert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen des Förderprogramms „Nachwachsende Rohstoffe“ gefördert.

Mit Material des EFI