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Weiterer Wolfsnachweis in Nordrhein-Westfalen

Weiterer Wolfsnachweis in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen gibt es den vierten Nachweis eines Wolfes seit 2009. Das nordrhein-westfälische Umweltministerium bestätigte nun, dass im Kreis Lippe am Wochenende ein Wolf durch Videoaufnahmen festgehalten wurde. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat das Video geprüft und den Wolf bestätigt.Um die Herkunft und das Geschlecht zu ermitteln wurden Speichelproben sichergestellt und zur Auswertung an das Nationale Referenzzentrum für genetische Untersuchungen von Luchs und Wolf in Gelnhausen überstellt. Dem betroffenen Landwirt werden die vom Wolf gerissenen Ziegen entschädigt. Die Vermutung auf den Riss eines Schafes durch einen Wolf im Oberbergischen Kreis am 23. Februar 2016 haben sich hingegen nicht bestätigt. Dieses Schaf wurde nachweislich nicht von einem Wolf, sondern von einem Haushund gerissen. Dies ergab die Begutachtung durch das Kreisveterinäramt und die genetische Untersuchung des Speichelabstrichs.Vorbereiten auf den WolfMit seiner Rückkehr beschäftigt sich das Land schon seit 2010. In einem beim Landesamt für Naturschutz eingerichteten Arbeitskreis „Wolf in NRW“ erarbeiten Wissenschaftler und Naturschützer, Jäger, Schafhalter und Forstleute und Behörden ein Konzept für den Fall der eigenständigen Rückkehr des Wolfes und tauschen unterschiedliche Interessen aus. Ein Aussetzen von Wölfen ist nicht vorgesehen. Das Land hat auf Anregung des Arbeitskreises ein Verfahren zur Entschädigung von Nutztierrissen entwickelt und Wolfsberaterinnen sowie Wolfsberater ausgebildet. Zwei vom Land finanzierte „Herdenschutzsets“ mit Elektronetzen für die schnelle Sicherung von Schafherden bei einem möglichen Wolfsbesuch ist aus dem Arbeitskreis ebenfalls auf den Weg gebracht worden.Die Rückkehr des Wolfes stellt für eine dicht besiedelte Region wie Nordrhein-Westfalen auch eine Herausforderung dar, denn der Mensch muss nach mehr als einem Jahrhundert wieder lernen, mit dem Wolf zu leben. „In Deutschland genießt der Wolf den höchst möglichen Schutzstatus nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Die Jagd auf Wölfe ist daher verboten. Er wurde im 19. Jahrhundert in nahezu allen Regionen vor allem durch menschliche Bejagung stark dezimiert, in West- und Mitteleuropa fast vollständig ausgerottet. Seit Ende des 20. Jahrhunderts steht der Wolf unter internationalem Schutz und die Bestände erholen sich teilweise“, sagte Dr. Matthias Kaiser, Leiter der Arbeitsgruppe „Wolf in NRW“ im Landesumweltamt NRW(LANUV).Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass Angriffe von gesunden freilebenden Wölfen auf Menschen in Europa extrem selten sind. Wölfe sind extrem scheu und meiden üblicherweise den Menschen. Daher ist es auch überaus selten, dass Spaziergängerinnen und Spaziergänger einen Wolf aus der Nähe zu Gesicht bekommen. Falls es doch dazu kommen sollte, werden folgende Verhaltensregeln empfohlen:

  • Nicht versuchen, Wölfe anzufassen oder zu füttern.
  • Nicht weglaufen, sondern stehen bleiben.
  • Langsam zurückziehen, wenn man den Abstand vergrößern will.
  • Man kann einen Wolf vertreiben, indem man ihn laut anspricht, in die Hände klatscht und mit den Armen winkt.
  • Bei eventuellen Sichtungen eines Wolfes, diese direkt an die zuständigen Behörden oder den zuständigen regionalen Wolfsberatern melden.

Letzter Wolf 1835 erlegtAuf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen galt der Wolf seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgerottet. Ein genaues Aussterbejahr lässt sich allerdings nicht mehr genau rekonstruieren. 1835 wurde in Ascheberg-Herbern (Westfalen) das letzte Mal die Erlegung eines Wolfes auf dem Gebiet des heutigen NRW dokumentiert, im Rheinland Ende des 18. Jahrhunderts bei Hilden. Im Winter 1963/64 soll in NRW ein einzelner Wolf bei Bergheim geschossen worden sein. Über die Herkunft des Tieres ist hingegen nichts bekannt. Der erste belegte Wolfsnachweis konnte 2009 bestätigt werden, als ein Wolf aus Nordhessen die Grenze von NRW (Kreis Höxter) überquerte. Dieser Wolfsrüde hatte seit 2006 im Reinhardswald in Hessen gelebt und war im April 2011 tot aufgefunden worden.

Weitere Informationen zum Wolf, Video, Kontaktadressen und ein Faltblatt finden Sie hier: www.wolf.nrw.de
MKULNV

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