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Weiterentwicklung des Biosphärenreservats Pfälzerwald

Die Weiterentwicklung des Biosphärenreservates Pfälzerwald war Thema des Gesprächs, das Umweltministerin Ulrike Höfken mit Dr. Christiane Paulus, der Vorsitzenden des deutschen MAB-Nationalkomitees, führte.

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen umfasse eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Westeuropas mit einer beeindruckenden biologischen Vielfalt. Dies gelte es zu erhalten und als Chance für die Region zu nutzen, erklärten Höfken und Paulus.
Im Gespräch ging es um die Ausweitung der Kernzonen, um Beiträge des Pfälzerwaldes zum Klimaschutz sowie die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Dazu wurde ein intensiver Dialog mit den Kommunen vereinbart. Höfken und Paulus kündigten als nächsten Schritt ein Gespräch von Ministerium, MAB-Komitee, Bezirksverband Pfalz und kommunalen Akteuren an.
Zusammenleben von Mensch und Natur
Dr. Christiane Paulus hob hervor, dass für das MAB-Komitee bei allen Planungsprozessen der Dialog von unten nach oben von Bedeutung sei. Die Idee des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) sei schließlich ein nachhaltiges Zusammenleben von Mensch und Natur. Die Öffentlichkeitsbeteiligung sollte daher zu einem möglichst frühen Zeitpunkt bereits im Vorfeld von gesetzlich vorgesehenen Beteiligungen erfolgen. Bezüglich der Windenergie sei wichtig, dass ein Gesamtkonzept in einem ergebnissoffenen Dialog mit den regionalen Beteiligten entwickelt werde, bei dem die vorhandenen Waldgebiete nicht zusätzlich zerschnitten würden.
Windkraft im Pfälzerwald weitgehend ausgeschlossen
Umweltministerin Ulrike Höfken unterstrich, dass die Landesregierung den Empfehlungen des MAB-Komitees zur Errichtung von Windkraftanlagen in Biosphärenreservaten gefolgt sei. Bei der Fortschreibung des LEP IV habe die Landesregierung einen Großteil des Pfälzerwalds für Windkraft ausgeschlossen. Neben den Kern- und Pflegezonen des Biosphärenreservats im Pfälzerwald sei auch der Haardtrand für Windkraft tabu. Vorhaben in den restlichen Gebieten sind nur nach eingehender naturschutzfachlicher Prüfung möglich, eine breite flächige Verteilung solle vermieden werden. Im Pfälzerwald komme Windkraft nur sehr begrenzt, konzentriert und an vorbelasteten Standorten in Betracht, betonte die Ministerin.
Zum Nachholbedarf
Themen des Austauschs waren auch die Konsequenzen aus der turnusmäßigen Überprüfung des Biosphärenreservats, die im letzten Jahr erheblichen Nachholbedarf für die Region bekundet hatte.
Insbesondere forderte der Bericht, dass die Kernzonen ausgeweitet werden. Höfken wies darauf hin, dass die Landesregierung die bestehenden Defizite bereits zu Beginn ihrer Amtszeit erkannt und deshalb die Region Pfälzerwald als eines der möglichen Gebiete für einen Nationalpark in Rheinland-Pfalz vorgeschlagen habe. „Wir bedauern, dass dies nicht realisiert werden konnte. Wir werden das Biosphärenreservat stärken und den Schutz der wertvollen Natur im Pfälzerwald und die damit verbundenen Chancen für die Regionalentwicklung nun auf anderen Wegen gemeinsam mit der Region vorantreiben“, sagte Höfken.
MULEWF Rheinland-Pfalz

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