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Weitere Flächen ins Nationale Naturerbe überführt

Weitere Flächen ins Nationale Naturerbe überführt

Mit der Übergabe eines ehemaligen Bundeswehrgeländes im nordhessischen Habichtswald-Ehlen hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) die dritte Übertragungskampagne zur Vergrößerung des Nationalen Naturerbes gestartet. Das 183 Hektar große Gelände „Hute am Seilerberg” wird künftig durch die Nabu-Stiftung „Hessisches Naturerbe“ als Weide und Mähwiese genutzt. Auf der Gewerbeimmobilienfachmesse EXPO REAL stellte die BImA die Strategie für die Übertragung weiterer 30.000 Hektar für den Naturschutz vor.Dort wo sich ansonsten eher Immobilienentwickler um die wirtschaftliche Nachnutzung von ehemaligen Militärflächen der Bundeswehr und der alliierten Gaststreitkräfte bewerben, stand am 6. Oktober der Schutz der Natur im Mittelpunkt. Grüne Konversion sei eine einmalige Chance für die Industrienation Deutschland. Das sagte Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) auf dem Stand der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben auf der EXPO REAL in München. Mit der umfassenden Renaturierung ehemals militärisch genutzter Flächen und der dauerhaften Unterschutzstellung der Areale werde ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Landes geleistet, ergänzte BImA-Verkaufsvorstand Axel Kunze.Die durch die Renaturierungsmaßnahmen erzeugten Ökopunkte werden von öffentlichen und privaten Bauherren zur Kompensation von Eingriffen in die Natur bei neuen Gewerbe-, Wohnungs- und Infrastrukturbaumaßnahmen eingesetzt. Seine Experten des Geschäftsbereichs Bundesforst starten in diesen Tagen die Übertragung von 30.000 Hektar Fläche ins Nationale Naturerbe. „Die Erhaltung von wichtigen Rückzugsräumen für seltene Tier- und Pflanzenarten gehört zu unseren Kernaufgaben“, erklärte Axel Kunze. In Zusammenarbeit mit der DBU und anderen Naturschutzorganisationen ermitteln die Experten beim Bundesforst, wie wertvoll ehemalige Militärflächen für die Tier- und Pflanzenwelt sind und wie die Areale im Rahmen der Konversion nachhaltig geschützt werden können. Bei einer positiven Bewertung werden die Flächen nicht privatisiert, sondern als Nationales Naturerbe dauerhaft für den Naturschutz gesichert und eigentumsrechtlich an Länder, Stiftungen und Naturschutzverbände übertragen.Großer privater Flächeneigentümer im Nationalen Naturerbe ist mit 8.500 Hektar die Heinz-Sielmann-Stiftung. Deren geschäftsführender Vorstand Michael Beier machte im Rahmen der Podiumsdiskussion darauf aufmerksam, dass vor allem das Thema Entmunitionierung in den kommenden Jahren von wachsender Bedeutung sein wird. Etliche der Flächen seien mit gefährlichen Altlasten aus der militärischen Nutzung belastet und daher für die Bevölkerung gesperrt. Beier lobte die BImA für die Unterstützung bei der Kampfmittelräumung. „Gemeinsam mit der BImA können wir so zumindest Teile des Nationalen Naturerbes für die Menschen erfahrbar machen“, so sein Fazit.Hintergrund

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ist die zentrale Dienstleisterin für Immobilien des Bundes. Sie gehört zum Geschäftsbereich des Bundesfinanzministeriums und handelt nach den modernen Standards der Immobilienwirtschaft. Aufgabenschwerpunkte sind das einheitliche Immobilienmanagement des Bundes, Immobilienverwaltung und -verkauf sowie die forst- und naturschutzfachliche Betreuung der Geländeliegenschaften. Sitz der Zentrale ist Bonn. Insgesamt betreut die BImA rund 22.000 Liegenschaften. Fast 38.000 Wohnungen und etwa 490.000 Hektar Grundstücksfläche befinden sich in ihrem Eigentum. Davon entfallen knapp 270.000 Hektar auf Waldflächen. Darüber hinaus betreut die Bundesanstalt im großen Umfang Wald- und Offenlandflächen für Dritte. Zusammen mit ehemals militärisch genutzten Flächen sowie Wohn-, Industrie- und Gewerbeimmobilien bildet diese Flächenkulisse eines der größten Portfolios Deutschlands. Konversionsimmobilien der Bundeswehr und der ausländischen Streitkräfte führt die BImA zivilen Folgenutzungen zu.
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