HolzMarkt

Weihnachtsbaumerzeuger ziehen Jahresbilanz

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Auch wenn der Handel mit Weihnachtsbäumen aufgrund der Coronakrise im gewerblichen Bereich, beispielsweise aufgrund ausgefallener Weihnachtsmärkte und -feiern, nicht wie erhofft verlief, konnte der Verkauf an die privaten Kunden die Verluste eindämmen. Erzeuger und Händler zeigen sich aufgrund einer Studie zum Kaufverhalten 2020 zuversichtlich.

Eine vom Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland e.V. beauftragte Online-Studie zum Kauf- und Nutzungsverhalten gibt Aufschluss über die Nachfrage nach Christbäumen 2020. Der Verband natürlicher Weihnachtsbaum e.V. erläutert die wichtigsten Kennzahlen.

Platzhirsch Nordmanntanne

Der Weihnachtsbaum gilt für den Großteil der Befragten als wichtige Tradition – jeder zehnte stellt inzwischen sogar zwei oder mehr Weihnachtsbäume bei sich zu Hause oder im Garten auf. Die Nordmanntanne blieb mit 80 % weiter der Platzhirsch unter den verkauften Naturbäumen, gefolgt von der Blautanne mit einem Verkaufsanteil von 10 %.

Trend zum „Adventsbaum“

Bei der Größe lagen 70 % der Naturbäume über anderthalb Metern, die meisten zwischen anderthalb und zwei Metern. Jeder Vierte Studienteilnehmer möchte sich im kommenden Jahr noch zeitiger um den Baumkauf kümmern, was den Trend zum „Adventsbaum“ bestätigt. Coronabedingt wurden 2020 die meisten Bäume direkt am Händlerstand (40 %) oder vom örtlichen Erzeuger am Hof (23 %) erworben. Rückläufig war der Absatz bei Baumärkten (18 %) und Gartencentern (12 %), weil Impuls- und Kombi-Einkäufe der Kunden im Rahmen der sonstigen Bedarfsdeckung nicht möglich waren.

Naturprodukte gefragt

„Dass die Naturbäume für ein hohes Maß an Qualität stehen, zeigt, dass nur 1 % der Befragten unzufrieden mit dem eigenen Baum war“, berichtet Benedikt Schneebecke, Vorsitzender des Verbands natürlicher Weihnachtsbaum. „Naturprodukte werden von Verbrauchern immer häufiger gefragt und gewinnen aktuell in allen Branchen an Relevanz. Bei uns macht sich das dadurch bemerkbar, dass der Plastikbaumverkauf 2020 nicht zugenommen hat und damit der klimaschädliche Trend offensichtlich eingedämmt ist“, so Schneebecke.

Ökologische Naturbäume

Generell besteht ein großes Interesse, dass die Bäume nicht den eigenen ökologischen Fußabdruck vergrößern. Unverständlich zeigt sich Schneebecke daher gegenüber dem Vorurteil, dass der Anbau nicht nachhaltig oder ökologisch unsinnig sei: „Unsere Kulturen werden naturnah bewirtschaftet und bieten im Vergleich zu den Feldern konventioneller Landwirtschaft aufgrund der langen Wachstumszeit von zehn bis zwölf Jahren ein einzigartiges Ökosystem für Insekten und seltene Vogelarten. Für jeden gefällten Baum, wird ein neuer gepflanzt, was dem Grundgedanken der Nachhaltigkeit entspricht.“

Quelle: VNWB