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WBV Rheinland-Pfalz: Totholz ist nicht unser Produktionsziel

WBV Rheinland-Pfalz: Totholz ist nicht unser Produktionsziel

Alte Baumriesen, Horst- und Höhlenbäume sind wertvolle Lebensräume. Um diese Biotope zu erhalten, hat Landesforsten Rheinland-Pfalz ein Konzept entwickelt, dass im Staatswald umgesetzt wird. Dies ist der erste große Schritt zur Zertifizierung des Landeswaldes nach den Kriterien des Forst Stewardship Council (FSC), so Forstministerin Ulrike Höfken. Die rot-grüne Landesregierung hatte sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, den Staatswald des Landes nach den Kriterien des FSC`s zu zertifizieren. Dieses Zertifizierungssystem schreibt vor, dass der Waldbesitzer eine betriebliche Strategie festlegen muss zur Erhaltung und Anreicherung von Biotopbäumen.
Hans-Günter Fischer, der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes für Rheinland-Pfalz, sieht das Vorpreschen des Staatswaldes kritisch. Fischer: „Totholz ist kein Produktionsziel der privaten und kommunalen Waldbesitzer. Zwar lassen heute schon private und kommunale Waldbesitzer Biotop-, Alt- und Totholz als Ausgleich und Ersatz für Eingriffe in Natur und Landschaft stehen und sind auch künftig bereit, auf vertraglicher Basis mit dem Land dieses stehen zu lassen. Wir erwarten aber einen finanziellen Ausgleich hierfür“, so Fischer. „Wir haben jetzt die große Sorge, dass in sogenannten ‚gemischten Forstrevieren‘, in denen staatliche Beamte den Staats- und Gemeindewald bewirtschaften und den privaten Waldbesitz beraten, das staatliche Konzept stufenweise auf Gemeinde und Privatwaldflächen ohne Ausgleich umgesetzt wird.
Auch belastet das neue Alt- und Totholzkonzept das Gemeinschaftsforstamt, da zunehmend klar wird, dass der Staatswald mit den neuen Vorgaben eine andere Betriebsphilosophie verfolgt. Der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz, der die Interessen der privaten und kommunalen Waldbesitzer vertritt, steht für eine multifunktionale Bewirtschaftung der Wälder und damit den Erhalt der Nutz- und Erholungsfunktion des Waldes auf der ganzen Fläche. Der Waldbesitzerverband spricht sich gegen Flächenstilllegung aus.
Hintergrund:

Der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz e.V. ist die forstliche Interessensvertretung der nichtstaatlichen Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz. Der Verband wurde 1949 auf Initiative erfahrener kommunaler Politiker und Privatwaldbesitzer gegründet. Neben rund 400 Städten und Gemeinden und dem größeren Privatwald haben sich in 23 Kreiswaldbauvereinen über 15.000 Kleinprivatwaldbesitzer dem Waldbesitzerverband angeschlossen. Für die privaten und kommunalen Waldbesitzer ist der Waldbesitzerverband Sprachrohr in der Öffentlichkeit, Interessenvertretung gegenüber politischen Entscheidungsträgern und Dienstleister. Er unterstützt seine Mitglieder mit vielfältigen Informationen, Beratungen und weiteren Angeboten. Ziel unserer Arbeit ist die Schaffung bzw. die Erhaltung günstiger Rahmenbedingungen für die Forstwirtschaft im Privat- und Körperschaftswald.
Weitere Informationen unter www.waldbesitzerverband-rlp.de
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
WBV Rheinland-Pfalz

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