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Ein Radharvester mit entsprechender Hubkraft arbeitet schonend, indem er den gefällten Baum nicht nur am Boden liegend sondern auch angehoben ziehen kann.

Käferholz mit Harvester aufarbeiten

Beim Käferholzeinschlag besteht immer ein gewisser Zeitdruck, um das vom Borkenkäfer befallene Holz möglichst rasch aus dem Wald zu bringen. Deshalb wird auch im Kleinprivatwald beim Auftreten von Käferfichten vermehrt auf den Harvester zurückgegriffen. Bezieht der Waldbesitzer bei seiner Entscheidung für ein passendes Arbeitsverfahren noch den Aspekt der Arbeitssicherheit mit ein, führt am Maschineneinsatz kein Weg vorbei. Die Unfallgefahr ist bei der maschinellen Käferholzernte im Vergleich zur händischen Aufarbeitung deutlich reduziert.

Bei der vollmechanisierten Holzernte hat die Arbeitsorganisation einen großen Einfluss auf das Arbeitsergebnis. Das gilt umso mehr beim Einschlag von starken Käferbäumen, unter denen sich bereits eine Verjüngung eingestellt hat.

Harvester mit Zufäller bietet Vorteile

Bei der Käferholzaufarbeitung mit Radharvestern ist die Kranreichweite auf etwa 10 m begrenzt. Wird Starkholz geerntet, reduziert sich diese Entfernung wegen des Gewichts noch einmal, auch bei Starkholzharvestern. Ein sogenanntes kombiniertes Arbeitsverfahren aus Harvester und Zufäller bietet deshalb Vorteile für eine bestandsschonende Käferholzaufarbeitung. Allerdings müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Der Harvester sollte leistungsfähig sein, über eine möglichst hohe Kranhubkraft verfügen, und das Ernteteam aus Harvesterfahrer, Zufäller und Rücker muss eingespielt sein.

Das Team zählt

Bei der Käferholzaufarbeitung kommt es in der Regel zu einem konzentrierten Holzanfall auf begrenzter Fläche. Maschine und Zufäller arbeiten auf beengtem Raum. Deshalb gilt: Sicherheit zuerst. Das bedeutet, dass Harvester, Zufäller und im Idealfall auch der Rücker ständig miteinander in Kontakt stehen. Sichergestellt wird das am besten über eine Funkverbindung. Klare und eindeutige Absprachen und ein eingespieltes, gut ausgebildetes Team sind weitere Voraussetzungen für ein unfallfreies und qualitativ hochwertiges Arbeiten unter diesen Bedingungen. Deshalb wird es ein professioneller Unternehmer in der Regel auch ablehnen, dass der Waldbesitzer sich als Zufäller miteinbringt.

Baumkronen auf die Rückegasse

Zunächst werden vom Harvester diejenigen Bäume gefällt, die er problemlos erreichen und aufgrund ihrer Stärke auch noch so manipulieren kann, dass sie bestandesschonend zu Boden gebracht werden, indem sie mit der Krone auf die Rückegasse fallen. Es muss auf alle Fälle vermieden werden, dass der Stamm mit der Krone durch die Verjüngung gezogen wird.

Zufällen steigert Leistung und Qualität

Wenn Bäume zu weit von der Rückegasse entfernt stehen oder durch ihre Dimension vom Harvester nicht mehr zielgerichtet zu Fall gebracht werden können, muss motormanuell zugefällt werden. Der gut ausgebildete Zufäller fällt diese Bäume unter Einhaltung der Sicherheitsabstände mit der Krone Richtung Rückegasse. Nachdem er den Gefahrenbereich verlassen hat, hebt der Harvester den Baum zur Rückegasse um ihn aufzuarbeiten. Hier spielt die Hubkraft des Krans eine entscheidende Rolle für die Schonung des verbleibenden Bestandes und der Verjüngung.

Ein punktuell hoher Holzanfall in bereits vorausverjüngten Teilen kann die Qualität der Verjüngung stark beeinträchtigen. Hier ist es unter Umständen sinnvoll, den Rücker zwischendurch einzusetzen, um wieder Platz für zusätzliche Stämme zu schaffen. Ist der Rücker in der Nähe und per Funk erreichbar, ist das für die Arbeitsqualität ein entscheidender Vorteil. Um möglichst schonend zu arbeiten, ist es manchmal sinnvoll, die einzelnen Arbeitsschritte mehrmals zuwiederholen.

Harvester im Käferholz – ein Fazit

Je stärker die zu entnehmenden Bäume sind, und je konzentrierter der Käferholzanfall ist, desto größer werden die Vorteile des beschriebenen Verfahrens. Die Kombination aus Starkholzharvester und Zufäller bietet einfach mehr Möglichkeiten, jeden Baum möglichst bestandesschonend zu Boden zu bringen. Ein professionelles Team, das auch den besonderen Aspekten der Arbeitssicherheit Rechnung trägt, führt in der Regel zu einem qualitativ guten Arbeitsergebnis. Die Waldbesitzer profitieren von den Vorteilen dieses rationellen Arbeitsverfahrens und vermeiden Gefahren, die bei händischer Käferholzaufarbeitung entstehen können.

Die Bayerische Waldbauernschule bietet einen Motorsägenkurs für Zufäller an, der sich vorrangig an Beschäftigte forstlicher Dienstleister wendet.

Katharina Fottner/WBS Kelheim

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