Holzverkauf und Holzpreise

WBGU empfiehlt Stärkung des Bauens mit Holz

von Marc Kubatta-Große

In seinem jüngsten Bericht ‚Landwende im Anthropozän: Von der Konkurrenz zur Integration‘ kommt der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) zu dem Schluss, dass die Klimaschutzziele des Pariser Übereinkommens scheinbar nur noch zu erreichen sind, „wenn, ergänzend zur Dekarbonisierung der Weltwirtschaft, Landflächen verstärkt genutzt werden, um der Atmosphäre CO2 zu entziehen.“ Er mahnt dringenden Handlungsbedarf an und nennt als eine mögliche Maßnahme das Bauen mit Holz.

„Nur wenn sich unser Umgang mit Land grundlegend ändert, können die Klimaschutzziele erreicht, der dramatische Verlust der biologischen Vielfalt abgewendet und das globale Ernährungssystem nachhaltig gestaltet werden“, macht der WBGU deutlich und schlägt fünf exemplarische Mehrgewinnstrategien vor. Diese beziehen sich auf Maßnahmen zur Renaturierung, sehen vor, Schutzgebietssysteme auszuweiten und aufzuwerten, Landwirtschaftssysteme zu diversifizieren, Ernährungsstile zu transformieren, die Bioökonomie verantwortungsvoll zu gestalten und den Holzbau zu fördern.

Holzbau fördern

Zur Holzbauförderung heißt es in der Zusammenfassung des Gutachtens: „Der WBGU empfiehlt eine Stärkung des Bauens mit Holz. Holz aus standortgerechter, nachhaltiger Waldwirtschaft bietet effektive Möglichkeiten, langfristig Kohlenstoff zu speichern. Speziell zur Förderung des Holzbaus empfiehlt der WBGU, mit internationalen Partnern eine weltweite ‚Mission nachhaltiges Bauen‘ auszurufen.

Mission nachhaltiges Bauen

Diese Mission solle die Entwicklung und großskalige Umsetzung nachhaltiger (Holz-)Bauweisen strategisch an eine nachhaltige Rohstoffversorgung koppeln, dabei staatliche Akteure sowie Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft einbinden und globale Strategien zu nachhaltigen Rohstoffen und Baustoffnutzung entwickeln. Dabei komme es insbesondere darauf an, Umweltkosten einzupreisen (z. B. CO2-Preise in den Bereichen Zement und Stahl, Umweltauflagen für Sand), um nachhaltiges Bauen relativ zum konventionellen Bauen attraktiver zu gestalten sowie Anreize zu Materialeffizienz und Wiederverwendung zu setzen.

Um alle Wertschöpfungsstufen des nachhaltigen Bauens weltweit und auch im ländlichen Raum zu etablieren, müsse das nötige Wissen verbreitet werden (etwa zu Materialien, Bauweisen, Normen und Zertifizierungen sowie Kreislaufoptionen). Ingenieurs- und duale Ausbildungsgänge sowie Fortbildungen zum nachhaltigen Bauen sollten in größerer Zahl, praxisnah, günstig und nicht nur von Branchenverbänden angeboten werden.

Baurecht anpassen

Industrieländer sollten ihren rechtlichen Rahmen anpassen (etwa bauliche Vorschriften), und diesbezügliche Hemmnisse abbauen sowie Kreislaufwirtschaft und nachhaltiges öffentliches Bauen fördern. Dementsprechend unterstütze der WBGU den Ansatz der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen, dies im Rahmen des European Green Deal anzustreben und zur Unterstützung dieses ambitionierten Vorhabens ein „neues europäisches Bauhaus“ zu schaffen.“

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Quelle: holzbau-deutschland.de / wbgu.de