Geschädigter Wald von oben
Der Klimawandel stellt die Forstwirtschaft vor große Herausforderungen: Eine davon ist die Verfügbarkeit von Wasser.
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Wasserverfügbarkeit in Wäldern gefährdet

28. Dezember 2022
Der Wald steht im Klimawandel vor vielen Herausforderungen. Nicht zuletzt spielen sinkende Grundwasserspiegel und vermehrte Trockenheit in Beständen eine besorgniserregende Rolle. In welchen Mengen sich Wasserverdunstung und Niederschläge zur Erneuerung des Grundwassers gegenüberstehen, soll künftig im forstlichen Umweltmonitoring nicht mehr nur geschätzt werden.

Die Georg-August-Universität Göttingen forscht derzeit gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden und der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft daran, effektive Routinen für das Monitoring von Verdunstungsraten von Waldbäumen zu entwickeln und bisherige Schätzungen zu ersetzen. Damit wolle man der Politik und Waldbewirtschaftung helfen, Strategien für einen trockenheitsresilienten Waldbau zu entwickeln. Das sei wichtig, denn Wälder können Wasser verdunsten, haben aber auch großes Potenzial, es zu speichern und zu filtern.

Deutschlandweite Messtechnik zum Wasserhaushalt der Wälder

Verschiedene Sensoren fanden zuletzt Anwendung in lokalen Forschungsprojekten zum Wasserhaushalt von Bäumen, berichten die Forschenden über den Informationsdienst Wissenschaft (idw) in einer aktuellen Meldung. Das neue von den Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) geförderte Forschungsprojekt soll sogenannte Saftflusssensoren aber im bestehenden Messnetz des forstlichen Umweltmonitorings an den deutschen Standorten etablieren.

Wasserhaushaltsmodellierungen verbessern

Gemessen werde der Wasserstrom in den Stämmen, was dann zur Verdunstung von den Bäumen bereitgestellt wird. Durch einen deutschlandweiten Einsatz der Sensoren sollen Unsicherheiten bei Waldwasserhaushaltsmodellierungen verringert werden. „Wir erhoffen uns neben einer besseren Erfassung der Verdunstungs- und Grundwassererneuerungsraten, dass wir die Konkurrenzsituationen zwischen Bäumen mit unterschiedlichen Wurzelsystemen besser verstehen“, so Prof. Dr. Martin Maier. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Bodenphysik an der Universität Göttingen.

„Wir wollen mit dem Vorhaben zu einer entscheidenden Verbesserung der langfristigen Datengrundlage für umweltpolitische Entscheidungen beitragen, die aufgrund der wiederkehrenden Dürresituationen dringend benötigt wird“, sagte Prof. Dr. Andreas Hartman von der Technischen Universität Dresden ergänzend. Die Forschenden wollen dazu ein möglichst praxisnahes Konzept zur Anwendung der Messtechnik erarbeiten.

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Mit Material des idw, Universität Göttingen