Waldbau

Wassermangel: Stressige Zeiten für Waldbäume

Bearbeitet von Jörg Fischer

Der Wald steht nunmehr seit fast einem Vierteljahr unter Dauerstress, nicht nur in Thüringen. Der Wassermangel verschärft sich zusehends. Allein für den Juli meldete ThüringenForst ein Niederschlagsdefizit von mehr als 50 % im Vergleich zum Vorjahr. Welche Folgen hat das für die Waldbäume?

38 mm – das war die gesamte Niederschlagsmenge, die im Monat Juli in Thüringen gefallen ist. Nach Angaben von ThüringenForst handelte es sich im Juli bereits um den dritten Monat in Folge mit deutlichen Niederschlagsdefiziten. Der Staatsbetrieb unterhält mit insgesamt 15 Waldmessstationen ein enges Monitoringnetz in den thüringer Wäldern. Dieses Messnetz liefere wertvolle Informationen zur Waldbodenfeuchte, einem wichtigen Indikator für den Zustand des Waldes und die Verbreitung forstlicher Schaderreger.

Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum folgte demnach einem trockenen Mai mit einem Niederschlagsdefizit von -46 % ein trockener Juni (Niederschlagsdefizit: -66 %) und nun ein trockener Juli (Niederschlagsdefizit: -52 %). Laut Angaben von ThüringenForst war es mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,8 °C – bezogen auf die Referenzperiode 1981 bis 2010 – im Juli um 1,4 °C zu warm. Tageweise seien in der dritten Juliwoche Temperaturspitzenwerte bis 39 °C (z. B. in Artern, in Mühlhausen und in Olbersleben) gemessen worden.

Wassermangel im Wald erreicht dramatisches Ausmaß

„Die anhaltende Bodentrockenheit im Wald hat inzwischen dramatische Ausmaße angenommen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. An vielen Waldstandorten sei im Hauptwurzelraum der Bäume bis ein Meter Tiefe schon seit Wochen kein pflanzenverfügbares Wasser mehr vorhanden. An Bergkuppen, an Wegrändern und in Laubholzbeständen nehmen deshalb die Trockenschäden derzeit rasant zu, heißt es seitens ThüringenForst. Bäume werfen demnach bereits ihr grünes Laub ab, Birken und Lärchen verfärben gelb. Bei Buche und Eiche beobachten die Forstexperten des Thüringer Staatsbetriebs den vorzeitigen Abwurf dringend benötigten Saatguts. Erhebliche Trockenschäden seien an Forstkulturen wie auch in der Naturverjüngung zu finden. Von den 15 Waldmessstationen zeigen laut ThüringenForst 14 extrem hohe, sehr hohe oder hohe Trockenstressgefahr für die Bäume an. Einzig die Station Dillstädt bei Suhl signalisiere eine mittlere Trockenstressgefahr.

Mit Material von ThüringenForst