Waldbau

Was steckt im Holz?

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Klebstoffe, Dämm- und Schaumstoff, sogar wertvolle Chemikalien für die Pharma- und Lebensmittelindustrie – das alles lässt sich aus im Holz enthaltenen chemischen Verbindungen herstellen. Aber welche wertvollen Inhaltsstoffe befinden sich im Holz klimaresistenter Baumarten? Dieser Frage geht ein Projekt an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) nach.

Die Forscher der FVA möchten mit dem Projekt den „Fingerabdruck“ der chemischen Zusammensetzung von klimaangepassten Holzarten entschlüsseln.

Wissen, was drin ist

„Die Zusammensetzung von Holz hängt von vielen Faktoren ab: Baumart, Alter, Gewebetyp, Standort, Position innerhalb des Baums und mehr. Die Frage ist: Wie kann man die Bestimmung der Holzbestandteile systematisieren? Natürlich wollen wir auch wissen, wie die chemischen Inhaltsstoffe und Holzbestandteile von klimaresistentem Holz aussehen“, erklärt Dr. Hannes Warlo aus der Abteilung „Waldnutzung“. Um diese Fragen zu beantworten, entwickle die FVA ein Methodenprotokoll zur chemischen Holzcharakterisierung. So soll künftig die Eignung unterschiedlicher Holzarten zur Herstellung biobasierter Produkte (z. B. in Bioraffinerien) bewertet werden. Neben den strukturgebenden Hauptbestandteilen Cellulose und Lignin, werden auch die Gehalte und die Zusammensetzung der Extraktstoffe bestimmt. Zu den Extraktstoffen zählen diejenigen Stoffe, die mit Lösemitteln aus dem Pflanzengewebe extrahiert werden können.

Die Douglasie hat geringe Nährstoffansprüche und gedeiht auf mäßig trockenen bis wechselfeuchten Böden. So gehört sie zu den Gewinner-Baumarten im Klimawandel. Foto. FVA

Probennahme bei Douglasie und Tulpenbaum

Für die Entwicklung eines Methodenprotokolls wurden Douglasie und Tulpenbaum ausgewählt, die als dem Klimawandel angepasst gelten. Die Forscher unterzogen zunächst Proben aus Kern-, Splint-, Astholz sowie der Rinde von Douglasien einem chemischen Analyseverfahren. Die beprobten Bäume stehen auf drei Standorten mit unterschiedlichen Umwelteinflüssen. Mit der Probenentnahme, wie auch dem Messprotokoll sollen künftig Methoden für eine zielgenaue und marktangepasste Erzeugung der Rohholzressource im Wald zur Verfügung stehen.

Unterschiede erkennbar, weitere Analysen erforderlich

Deutlich unterschiedliche Extraktgehalte sind zwischen Kern- und Splintholz sowie zwischen verschieden alten Bäumen erkennbar. „Ob hier aber eine Systematik dahintersteckt, ist noch nicht sicher“, resümiert Warlo und ergänzt: „Noch unbeantwortet ist auch die Extraktstoff-Verteilung innerhalb eines Baumes entlang der Stammachse und in weiteren Gewebetypen wie Rinde und Astholz.“ Daher sollen im nächsten Schritt die Analysen der Douglasien-Proben fortgesetzt und zusätzlich Tulpenbäume unter die Lupe genommen werden.

Mehr Infos zum Projekt

Quelle: FVA