Baum und Natur

Was Saharastaub am Himmel und Blutregen für die Natur bedeuten

Bearbeitet von Jörg Fischer

Der Himmel über Deutschland färbt sich durch Saharastaub ab 15. März für einige Tage gelblich. Auch sogenannten „Blutregen“ kann es geben. Doch was ist das eigentlich und was bedeutet das für die Natur?

Am Himmel über Deutschland zeigt sich seit dem 15. März ein bei uns nicht alltägliches Wetter-Phänomen: Saharastaub färbt höhere Luftschichten gelblich, orange oder braun. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt, werden jährlich hunderte Millionen Tonnen Staub aus der afrikanischen Wüste über den Atlantik nach Amerika geweht. Auch in Europa weht dieser Tage das Tief „Elke“ westlich der Straße von Gibraltar den Wüstenstaub in einer südlichen bis südwestlichen Strömung nach Mitteleuropa. Am 14. März waren laut DWD vor allem Spanien und Frankreich betroffen. Seit dem 15. März sind auch die Mitte und der Süden Deutschlands betroffen. Bis zum Donnerstag soll der Saharastaub nahezu überall in Deutschland am Himmel zu sehen sein.

Wie löst Saharastaub einen Blutregen aus?

Laut DWD bleibt der Saharastaub meist in höheren Luftschichten. Gelegentlich wird er aber auch am Boden abgelagert oder mit Niederschlägen aus der Luft ausgewaschen. Bei starken Ereignissen kann sich auf Autos und anderen Oberflächen eine eindrückliche Staubschicht ausbilden. Die rotbraune Färbung des Regenwasser nennt man im Volksmund auch Blutregen

Was bedeuten Saharastaub und Blutregen für die Natur?

Saharastaub spielt laut DWD eine wichtige Rolle für die Natur in der Karibik und in Südamerika sowie im Atlantik. Die aufgewirbelten Mineralstaubpartikel versorgen zum einen Phytoplankton im Atlantischen Ozean, zum anderen auch die Regenwaldböden am Amazonas mit wichtigen Nährstoffen. Außerdem hilft er, die Strände in der Karibik zu erneuern. Für die Natur oder die Land- und Forstwirtschaft in Deutschland spielt der Saharastaub aufgrund der geringen Häufigkeit des Phänomens keine wesentliche Rolle.

Ist Saharastaub Luftverschmutzung?

Der Saharastaub kann für eine vorübergehend heftige Luftverschmutzung in Teilen Nord-, Mittel- und Südamerikas sorgen. Allerdings fällt der aktuelle „Ausbruch“ in Richtung Amerika laut DWD nicht ganz so stark aus. Der Wüstenstaub besteht überwiegend aus winzigen Sandkörnchen (Quarz), die sowohl einen direkten als auch einen indirekten Einfluss auf die Sonneneinstrahlung besitzen. Der direkte Einfluss besteht darin, dass die Atmosphäre durch den Staub getrübt und damit die Einstrahlung am Boden reduziert wird. Der indirekte Einfluss entsteht, weil die Staubpartikel als sogenannte „Kondensationskeime“ wirken und damit zur Wolkenbildung beitragen. Durch die auf diese Weise gebildeten Wolken wird die Sonneneinstrahlung zusätzlch reduziert.

Mit Material vom DWD

Redaktion agrarheute