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Was ist im Wald verboten

Was ist im Wald verboten, was erlaubt?

Keinen Waldbrand riskieren
Die Statistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) verzeichnet für das Jahr 2014 insgesamt 429 Brände die eine Fläche von 120 ha zerstörten. Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und insbesondere Brandenburg (117 Brände) waren dabei am stärksten betroffen. Ein hoher Prozentsatz der Brände geht dabei auf menschliches Verschulden, genauer gesagt auf Fahrlässigkeit (103 Brände) oder gar Vorsatz (84 Brände), zurück.
Der Dachverband der Waldbesitzerverbände in Deutschland, AGDW – Die Waldeigentümer, weist darauf hin, dass der Wald kein herrenloses (und damit auch kein „gesetzloses“) Land darstellt, sondern entweder dem Staat, den Kommunen oder aber – zu fast 50 % – privaten Waldbesitzern gehört. Letztere sind im Schadensfalle ganz besonders betroffen. Zum einen finden mehr als ein Drittel aller Brände im Privatwald statt. Zum anderen bedeutet ein brennender Wald, der zuvor über Jahrzehnte mühsam aufgebaut wurde, ein bitteres Ende für die betroffenen Familienbetriebe.
Der Geschäftsführer der AGDW, Alexander Zeihe, meint: „Viele Menschen halten den Wald anscheinend für besitzloses Land, in dem man keine Rücksicht auf den Eigentümer nehmen muss. Mit dieser bedenklichen Haltung gefährden sie die Existenz von Waldeigentümerfamilien, die vom Holz und anderen Forstprodukten leben. Sicherlich gäbe es weniger Waldbrände, wenn allgemein bekannt wäre, dass ein Wald nicht weniger besitzlos ist als ein Getreidefeld auf dem Land oder eine Immobilie in der Stadt.“
 
Wer sich an die Regeln hält, riskiert keinen Waldbrand: Zum Beispiel, indem man Feuer zum Grillen nur an offiziellen, fest eingerichteten Feuerstellen entzündet und danach das Feuer ständig kontrolliert. Bei offenem Feuer außerhalb des Waldes hält man einen Mindestabstand von 100 m zum Waldrand ein. Und ganz wichtig: Zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober gilt bundesweit in allen Wäldern absolutes Rauchverbot. Genauso wichtig wie die Prävention ist auch das richtige Verhalten, wenn man einen Brand im Wald entdeckt. Dann heißt es, sofort die Feuerwehr zu alarmieren.
Waldbrandwarnstufen. Die Gefahrenlage wird in Waldbrandwarnstufen angegeben, die von Stufe 1 (sehr geringe Gefahr) bis zur höchsten Waldbrandwarnstufe 5 (sehr hohe Gefahr) abgestuft sind. Ab Stufe 3 kann das Verlassen der Wege untersagt werden, ab Stufe 4 können von den Behörden bestimmte Areale ganz gesperrt werden. Informationen zu den aktuellen Waldbrandwarnstufen im Internet: www.dwd.de/waldbrand.
Was ist im Wald verboten, was erlaubt?
Angeln.   Zum Angeln in Waldgewässern ist ein gültiger Angelschein notwendig, außerdem das Einverständnis des zuständigen Försters oder Waldbesitzers.
Grillen/Lagerfeuer. Grillen und Entzünden eines Lagerfeuers ist nur an ausgewiesenen Feuerstellen erlaubt.
Holzsammeln.   Am Boden liegende Äste, Rinde und Holz dürfen in geringen Mengen zum Eigengebrauch gesammelt werden. Das Fällen von Bäumen, das Abschneiden oder Abreißen von Ästen ist verboten.
Hunde.   Hunde müssen in einigen Bundesländern grundsätzlich im Wald an der Leine geführt werden. In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen müssen Hunde im Wald nicht angeleint sein, solange sie sich im „Wirkungsbereich“ des Besitzers befinden.
Mountainbiking.   Querfeldein- oder Crossfahren ist ohne gesonderte Genehmigung grundsätzlich verboten. Das Mountainbiking und insbes. das Off-Road-Fahren kann zu Schäden an Boden und Vegetation führen und Wildtiere in Stress versetzen.
Musik und Lärm.   In Schutzgebieten ist von allen Ruhestörungen abzusehen. Bei Belästigung anderer Erholungsuchender durch laute Musik können auch in nicht geschützten Wäldern Geldbußen erhoben werden.
Parken.   Das Parken im Wald oder auf Waldwegen ist nicht erlaubt. Es dürfen nur gekennzeichnete Wanderparkplätze genutzt werden.
Picknick.   Ein Picknick im Wald ist erlaubt, allerdings nicht innerhalb von Schutzgebieten. Der entstehende Müll muss selbstverständlich selbst beseitigt werden.
Radfahren, Reiten.   Radfahren und Reiten im Wald ist nur auf geeigneten bzw. gekennzeichneten Straßen und Wegen erlaubt (näheres regeln die Bundesländer). Sind gekennzeichnete Reit- und Radwege vorhanden, müssen diese genutzt werden.
Sammeln von Waldprodukten.   Beeren, Nüsse, Pilze, Kräuter und Blumen können, sofern sie nicht geschützt sind, in der Regel gepflückt oder gesammelt werden. Diese „Waldprodukte“ dürfen jedoch nur zum eigenen Gebrauch in kleinen Mengen mit nach Hause genommen werden. Für das gruppenweise und/oder gewerbliche Sammeln ist eine Genehmigung des Waldbesitzers erforderlich.
Wandern.   In der Regel darf der Waldbesucher die Wege verlassen. Einschränkungen bestehen in Schutzgebieten. In Schleswig-Holstein dürfen die Wege nur in Erholungswäldern verlassen werden.
Wohnmobile.   Die Übernachtung und das Aufstellen von Wohnmobilen in Wäldern ist verboten. Mit Erlaubnis durch die Forstverwaltung und den Waldbesitzer werden in einigen Bundesländern Ausnahmen gemacht.
Zelten.   Das Schlafen im Freien, z.B. in einem Schlafsack, ist erlaubt. Nicht dagegen das Bauen und Aufrichten fester Unterstände. Will man Hütten bauen oder Zelte aufstellen, ist das Einverständnis des Försters oder Waldbesitzers einzuholen.
AGDW – Die Waldeigentümer

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