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Insektenvielfalt Wald Kaisermantel

Was brummt denn da? Insektenvielfalt im Wald

Ein Forschungsprojekt des Landesbetriebs Wald und Holz NRW in Zusammenarbeit mit der Universität Münster befasst sich mit der Insektenvielfalt im Wald. Zur Insektenvielfalt und deren Schwund gebe es zahlreiche Forschungen, aber nur wenige im Wald.

Der Artenschutz im Allgemeinen und die schwindende Vielfalt der Insekten im Besonderen sind gegenwärtig intensiv in der Öffentlichkeit diskutierte Themen. Die konkreten Forschungen, die als Basisinformation der Diskussionen dienen, beziehen sich auf viele Lebensräume in Nordrhein-Westfalen, sehr selten aber auf den Wald. In diese Lücke stößt ein aktuelles Forschungsprojekt von Wald und Holz NRW in Zusammenarbeit mit der Universität Münster.

75 % weniger Insekten

Die prominenteste unter den Forschungen ist wohl die Krefelder Studie, laut der in den vergangenen 30 Jahren die Insektenvielfalt dramatisch zurückgegangen ist. Die Insekten-Biomasse ist in diesem Zeitraum um 75% gesunken. Diese Zahl bezieht sich im Wesentlichen auf das Offenland. Wie sich die Insektenvielfalt speziell m Wald entwickelt hat, darüber die Studie nichts aus.

Bislang nur bruchstückhaftes Wissen

Bekannt ist nur, dass auch im Wald die Insektenvielfalt zurückgeht. Die Ursachen liegen aber völlig im Dunkeln. Es gibt zwar einzelne Forschungsprojekte in anderen Bundesländern, auf der Schwäbischen Alb, im Hainich und in der Schorfheide, speziell für Nordrhein-Westfalen liegen aber überhaupt keine Daten vor, erklärt Michael Elmer vom Team Waldnaturschutz bei Wald und Holz NRW. Bislang beschränke sich das Wissen auf einige Flächen und einige Insektenartengruppen im Wald. In der großen breite wisse man nicht sehr viel. Das liege unter anderem an der schieren Artenfülle von 25.000 Insektenarten allein in Nordrhein-Westfalen.

Immerhin habe ein Forschungsprojekt zur Käfervielfalt in 25 Naturwaldzellen auf einer Fläche von insgesamt rund 500 ha ergeben, dass in diesen rund die Hälfte aller in NRW existierenden Käferarten vorkommt. Unter anderem habe man den Kardinalroten Schnellkäfer, eine Urwaldreliktart nachgewiesen. Das zeige den enormen Wert dieser Wälder, betont Elmer. Aber: Es ging nur um Käfer und nur auf 500 ha.

Jetzt systematische Forschung

Das neue Forschungsprojekt wendet sich der gesamten Breite der Insektenarten zu. Zusammen mit der Arbeitsgruppe Tierökologie an der Universität Münster untersucht Wald und Holz NRW die Insektenvielfalt in einem mehrere Tausend Hektar großen Gebiet im Eggegebirge. Herauskommen sollen statistisch abgesicherte Daten zu Schlüsselstrukturen wie Totholz oder Blütenangebot, und wie sie das Vorkommen von Insekten beeinflussen.

Aus diesen Daten will Michael Elmer mit seinem Team dann Handlungsempfehlungen für eine naturnahe Waldbewirtschaftung in der Praxis entwickeln. Letztlich sollen die Erkenntnisse in die Strategien und Konzepte des Landesbetriebs einfließen. Das Forschungsprojekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.

WuH NRW/Red.

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