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Walther Schwanecke 90

Walther Schwanecke 90

Am 18. November beging Oberforstmeister a.D. Walther Schwanecke seinen 90. Geburtstag. Nach Abschluss einer Lehre als Flugzeugbauer, Kriegseinsatz und schwerer Verwundung arbeitete Schwanecke zunächst im Braunkohletagebau, bis er 1946 eine Forstlehre im Stadtforst Wernigerode aufnehmen konnte. Die Ausbildung an der Landesforstschule in Stolberg schloss er als Revierförster ab. Ab 1949 unterrichtete er die Fächer Forsteinrichtung, Standortskunde, Holzmesskunde, Forstschutz und Forstnutzung an der nach Ballenstedt umgezogenen Landesforstschule. 1952 wechselte er nach Heteborn zur Forstpflanzenzüchtung und 1954 wurde ihm die Referentenstelle für Standortskunde für das damalige Land Sachsen-Anhalt mit Sitz in Halle übertragen.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit absolvierte er extern ein Studium an der Hochschule für Forstwissenschaften in Eberswalde. Anschließend übernahm Schwanecke die Oberreferentenstelle Standortskunde im Betriebsteil Weimar des 1955 neu geschaffenen Instituts für Forsteinrichtung und forstliche Standortserkundung Potsdam, seit 1967 VEB Forstprojektierung. 1959 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Direktionsbereich Forschung und Entwicklung des Potsdamer Instituts und somit Leiter der Entwicklungsgruppe für das Mittelgebirge und Hügelland der DDR mit Sitz in Weimar. Diese Tätigkeit übte er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1990 aus. Nebenbei war er noch bis 1992 Dozent für Standortskunde an der Forstfachschule in Schwarzburg.

Sein Wirken stand im Dienst der forstlichen Standortserkundung und der zweigübergreifenden Naturraumerkundung. Schwanecke hat in Zusammenarbeit mit Dr. Dietrich Kopp eines der weltweit besten Kartierverfahren entwickelt, welches seit 1964 bis heute in den ostdeutschen Bundesländern seine Anwendung findet.In den 1980er-Jahren bis zur Wende arbeitete Walther Schwanecke mit dem Institut für Geografie und Geoökologie in Leipzig bei der Akademie der Wissenschaften der DDR zusammen, um eine Naturraumkartierung auf Basis der forstlichen Standortserkundung für die südlichen Bezirke zu erproben. Zunächst wurde der StFB Sondershausen und anschließend das Großblatt Jena im Maßstab 1?:?50?000 bearbeitet. Dieses Vorhaben endete allerdings 1989/90.Für sein Wirken auf dem Gebiet der Naturraumerkundung, was die Standortserkundung einschließt, wurde er 1986 von der Akademie der Wissenschaften der DDR mit der Leibnitz-Medaille gewürdigt.

Karl Burse

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