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Walter Hartmann verstorben

Bearbeitet von Jörg Fischer

Am 21. April ist Walter Hartmann im Alter von 91 Jahren verstorben. Er war lange Jahre Vorsitzender des Bayerischen Forstvereins.

Hartmann wurde am 18. September 1929 in Riedenburg als erstes Kind des Forstbeamten Leonhard Hartmann und dessen Frau Auguste geboren. Das junge Paar wohnte in einer Wohnung des Schlösschens Aicholding, das dem Kunstmaler von Seydewitz gehörte. Dieser bekam damals den Auftrag der Stadt Dietfurt, für den Katharinenaltar das Altarbild zu malen. Dies sei deshalb erwähnt, weil für dieses Bild die Mutter von Walter Hartmann Modell stand und für das Jesuskind ihr Kind Walter.

Als Kind eines Beamten wechselten durch Umzüge der Eltern mehrfach seine Wohn- und Schulorte. Ins Gymnasium ist er in Bamberg eingetreten, da sein Vater damals Forstmann im Steigerwald war. Das Abitur legte Walter Hartmann 1948 am Domgymnasium Freising ab. Aus dieser Zeit rührten lebenslange enge Freundschaften mit bergbegeisterten Mitschülern, die sich selbst die „Gavalloner“ nannten. Wegen seiner Liebe zu den Bergen war es für ihn eine große Freude, dass sein Vater 1949 Forstamtsleiter in Reit im Winkl wurde.

Walter Hartmanns forstliche Laufbahn

Den Beruf seines Vaters anzustreben war für Walter Hartmann selbstverständlich. Seine berufliche Laufbahn begann mit dem Forststudium an der Universität München von 1949 bis 1953. Er schloss das Studium als Bester seines Jahrgangs ab.

Es folgte die Referendarzeit von 1953 bis 1956, die er ebenfalls mit einem sehr guten Ergebnis in der Großen Forstlichen Staatsprüfung beendete. Seine forstliche Tätigkeit begann als Sachbearbeiter an der damaligen Forstdirektion Augsburg. Dem folgte die Ernennung zum stellvertretenden Leiter des Forstamts Gessertshausen. In dieser Zeit sind auch seine beiden Töchter geboren.

Eine beruflich sehr erfüllte Zeit hatte er von 1968 bis 1971 als Leiter des Forstamts Ebrach im Steigerwald. Das waldbauliche Hauptanliegen war ihm die Verjüngung mit Laubhölzern, vor allem der Buche, aber auch von Eiche und Edellaubholz nach vielen Jahren des überwiegenden Nadelholzanbaus. Außerdem veranlasste er die Ausweisung von zwei Naturwaldreservaten und trug wesentlich zur Bildung des Naturparks Steigerwald bei. Hartmann liebte den Steigerwald und ließ dort unter anderem einen idyllischen Wanderweg anlegen, der sogar nach ihm benannt ist.

Den längsten beruflichen Abschnitt nahm seine Zeit an der damaligen Oberforstdirektion Augsburg ein, nämlich von 1971 bis zu seiner Pensionierung 1994. 1975 wurde Hartmann zum Leitenden Forstdirektor ernannt und 1988 zum Stellvertreter des Leiters. Er war zuständig für forstliche Rechtsfragen, für die Raumordungsmaßnahmen, für den forstlichen Wegebau und den Waldfunktionsplan. Eine große Genugtuung war für ihn, dass er die ersten Waldfunktionsplanungen in Bayern zur Rechtsgültigkeit brachte. Sein Engagement galt auch dem ausgewogenen Aufbau des Naturparks „Augsburg Westliche Wälder“. Im Naturparkverein blieb er auch nach der Pensionierung Ehrenmitglied.

Engagement über den Beruf hinaus

Zahlreich waren die ehrenamtlichen Tätigkeiten von Walter Hartmann, zum Beispiel als Vertreter des Stiftungswesens der Stadt Augsburg, Mitwirkung beim Bund Naturschutz, als Jagdbeirat bei der Regierung von Schwaben und eine langjährige Mitarbeit als Prüfer bei der Jägerprüfung für Schwaben. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Vertreter des Bayerischen Forstvereins im Forstpolitischen Ausschuss des Deutschen Forstvereins wurde Walter Hartmann 1989 zum Ersten Vorsitzenden des Bayerischen Forstvereins gewählt. Diese Aufgabe hat er mit Hingabe bis 1995 ausgeführt. Ein besonderes Anliegen war ihm der Kontakt mit anderen Forstvereinen, z. B. auch mit ausländischen Kollegen der Forstvereine von Ungarn und Kroatien, um nur einige zu nennen. Sehr zielführend war der Erfahrungsaustausch nach der Wende mit Kollegen der Neuen Länder, vor allem mit den Kollegen aus Thüringen.

Seine ganze berufliche Hingabe galt dem Wald, in dem er nicht nur den Holzlieferanten sah, sondern vor allem auch ein wertvolles Ökosystem.

Privat war eine ganz besondere Passion für ihn das Malen. Sein Schaffen erstreckte sich von moderner Abstrakt-Malerei bis zum Malen von Schießscheiben. Seine sehr begabte Mutter und Schwester waren ihm wertvolle Mentorinnen. Die Verkaufserlöse seiner Bilder bei verschiedenen Ausstellungen stiftete er gänzlich gemeinnützlichen Zwecken.

Seine persönliche Liebe und Zuwendung galten ganz seiner Frau Irmtraut und seinen Töchtern Katrin und Christin.

Vorsitzende des Bayerischen Forstvereins