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Waldzustandserhebung in Thüringen

Die Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller, informierte sich am 22. Juli im Erfurter Steigerwald über die Waldzustandserhebung und das forstliches Messnetz.

Der Gesundheitszustand der Bäume wird an 353 festen Messpunkten im Freistaat Thüringen überprüft. Außerdem werden die Umwelteinflüsse für den Wald permanent an 14 Messstationen in ganz Thüringen aufgezeichnet.
„Die Thüringer Forstbehörden arbeiten aktiv an der Erhaltung des Wald-Gesundheitszustandes. Dafür muss das Ökosystem Wald gezielt gestärkt und gesichert werden. Dies gelingt nur, wenn wir wissen, wie es den Wäldern geht und die Veränderung der Umwelteinflüsse wahrnehmen können“, führte die Ministerin aus.
ThüringenForst unterhält landesweit das größte Messnetz für Walddaten. Mit zahlreichen Messprogrammen werden zahlreiche Walddaten im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft, des Bundeslandwirtschaftsministeriums sowie in Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen erhoben, verarbeitet und ausgewertet.
Die Forschungseinrichtung der Landesforstanstalt in Gotha erhebt seit 1991 jährlich an 8.472 Probebäumen Informationen über den Gesundheitszustand des Waldes. Diese werden durch die Einschätzung von Blatt- und Nadelverlusten in den Baumkronen gewonnen. Die Verluste sind in der Regel abhängig vom Zustand des Waldbodens, vom Witterungsverlauf und der aktuellen Wasserversorgung, der Belastung des Waldes durch Luftschadstoffe und der Aktivität von Schadinsekten. Die Ermittlung von Datenserien ist deshalb für die Interpretation der Werte entscheidend.
Langfristige Forschung
„Auch wegen unserer internationalen Verpflichtungen, wie etwa der Genfer Luftreinhaltekonvention, dem Kyoto-Protokoll oder dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt, ist die Erhebung wissenschaftlicher Walddaten von hoher Bedeutung“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. So dienen die landesweit 14 Wald- und Hauptmessstationen einem Intensiv-Monitoring für die Bereiche Luftreinhaltung, Waldbodenschutz und Wald-Biodiversität.
Der Wald bekommt weiterhin zu viel Stickstoff
„Während die Stoffeinträge aus der Luft durch die Luftreinhaltemaßnahmen nachgelassen haben, bleiben die Stickstoffeinträge aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft weiterhin hoch“, führte Ministerin Keller aus. Auch deshalb setzt sie sich für den gezielten Umbau von Nadelwald-Reinbeständen zu Laub- und Mischbeständen ein. Dieser hat positive Wirkungen auf den Waldboden, da Laubwälder eine geringere Versauerung aufweisen. Auch die Bodenschutzkalkung in den heimischen Wäldern wird fortgeführt, um die Versauerung einzudämmen. Alle diese Abhängigkeiten und Effekte werden durch das Waldmonitoringprogramm wissenschaftlich fundiert nachgewiesen.
Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

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