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Die Schulungsteilnehmer werden an „Vergleichsbäumen“ für die anstehende optische Taxation der Baumkronen fit gemacht.

Waldzustandserhebung in Thüringen

In den nächsten Wochen werden die rund 8.500 flächenrepräsentativen Probebäume in Thüringens Wäldern auf ihren Vitalitätszustand hin untersucht. Vorab werden die dazu eingesetzten rund 60 Försterinnen und Förster der Thüringer Landesforstanstalt auf dem Krahnberg bei Gotha geschult.

Die Schulungsteilnehmer werden an „Vergleichsbäumen“ für die anstehende optische Taxation der Baumkronen fit gemacht. „Mit einem Fernglas erfassen die Experten baumartenspezifisch die Vergilbung sowie den Verlust an Nadel- bzw. Blattmasse in den Baumkronen und weitere Parameter“, so Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand. Voraussichtlich im Dezember 2019 werden die Ergebnisse der diesjährigen Thüringer Waldzustandserhebung vorgestellt.

Sondermerkmal Trockenheit

Erstmals im „Jahrhundertsommer 2003“ wurde bei der Thüringer Waldzustandserhebung das Sondermerkmal Trockenheit als Ursache für den erfassten Nadel- bzw. Blattverlust eingeführt. Dieses Sondermerkmal wird, nach 2018, nunmehr in diesem Jahr maßgeblich die Taxationsarbeiten bestimmen. Vergeben wird das Sondermerkmal, wenn es für die Taxatoren eindeutig ist, dass für den festgestellten Nadel- bzw. Blattverlust keinen andere Ursache als eine nicht ausreichende Wasserversorgung des Baumes geben kann. Dies erfordert umfassende waldbiologische Kenntnisse, denn im „Ausschlussverfahren“ müssen Merkmale wie Fruchtbildung, Pilz- oder Käferbefall als Ursache einer schütteren oder fehlenden Kronenbenadelung bzw. -belaubung geklärt werden.

Umwelt- und Waldmonitoring bei ThüringenForst

Mit der systematischen Erfassung des Waldzustandes wurde in den frühen 1980er Jahren unter dem Eindruck des „Waldsterbens“ begonnen. Damals waren die Wälder akut durch Industrie-Abgase, insbesondere Schwefeldioxid, bedroht. Damals hat die Gesellschaft und Politik mit der Einführung von Rauchgasentschwefelungsanlagen und Katalysatoren schnell und effektiv reagiert. Die Emissionen von Schwefeldioxid wurden europaweit extrem reduziert. Es erfolgte zudem eine intensive Waldkalkung und der Wald konnte sich erholen.

Die Herausforderungen, die sich heute im Zusammenhang mit dem Klimawandel stellen sind dagegen ungleich komplexer. Die Waldschadensforschung wurde seit den 1980er Jahren maßgeblich ausgebaut, nach 1989 auch im Freistaat Thüringen. Heute verfügt ThüringenForst über ein umfangreiches Umwelt- und Waldmonitoringsystem, dass jährlich verlässliche Aussagen nicht nur zur Waldgesundheit, sondern auch zur Vitalität des gesamten Ökosystems Wald liefert.

Weitere Informationen zum Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha im Internet

Red./ThüringenForst

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