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Waldzustandserhebung 2015 in Deutschland

Waldzustandserhebung 2015 in Deutschland

Ein Drittel der Landesfläche in Deutschland besteht aus Wald (11,4 Mio. ha). Die häufigsten Baumarten in Deutschland sind Fichte mit 26 % und Kiefer mit 23 %, gefolgt von Rotbuche mit einem Anteil von 16 % und Eiche mit 11 % (Quelle: Bundeswaldinventur, 2012; Bezug: bestockter Holzboden, begehbarer Wald).
Der Kronenzustand der Buche hat sich im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr stark verbessert. Bei den übrigen Baumarten sowie insgesamt sind die Ergebnisse gegenüber 2014 nahezu unverändert.
Die in weiten Teilen Deutschlands herrschende Hitze und Trockenheit schlug sich zum Aufnahmezeitpunkt noch nicht überall im Kronenzustand nieder.
Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984 sind die Anteile der Schadstufen 2 bis 4 und die mittlere Kronenverlichtung bei den Laubbäumen stark angestiegen. Der Kronenzustand von Fichte und Kiefer zeigt keinen deutlichen Trend; andere Nadelbäume haben sich verbessert. Im Durchschnitt aller Baumarten ergibt sich kein klarer Trend.
Zur Einschätzung der Kronenverlichtung 
Die Einschätzung der Kronenverlichtung erfolgt im Vergleich zu einem voll benadelten bzw. voll belaubten gesunden Baum der jeweiligen Art in 5-Prozent-Stufen. Diese werden zu Schadstufen von 0 bis 4 zusammengefasst. Die Schadstufen 2, 3 und 4 werden dabei der Kategorie „deutliche Kronenverlichtungen“ zugeordnet, sie entspricht einer Kronenverlichtung von mehr als 25 %. Schadstufe 0 umfasst Kronenverlichtungen von 0 bis 10 %. Schadstufe 1 mit Kronenverlichtungen zwischen 11 und 25 % gilt als Warnstufe.
Die mittlere Kronenverlichtung ist der Mittelwert der Kronenverlichtung aller Probebäume.
Aus den Ergebnissen für 2015
Im Durchschnitt aller Baumarten betrug im Sommer 2015 der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen (Schadstufen 2 bis 4) 24 % (2014: 26 %). Auf die Warnstufe entfallen 43 % (2014: 41 %). Ohne Verlichtung waren es wie schon im Vorjahr 33 %. Die mittlere Kronenverlichtung ist von 20,4 % auf 20,0 % gefallen.
Bei der Fichte betrug der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen unverändert 28 %. Auf die Warnstufe entfallen 37 % (2014: 39 %). Ohne Verlichtung waren 35 % (2014: 33 %). Die mittlere Kronenverlichtung ist jedoch von 20,2 % auf 20,6 % gestiegen.
Bei der Kiefer betrug der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen 13 % (2014: 12 %). Auf die Warnstufe entfallen 51 % (2014: 50 %). Ohne Kronenverlichtung waren 36 % (2014: 38 %). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 16,4 % auf 16,9 % gestiegen.
Bei der Rotbuche hat sich der Kronenzustand gegenüber 2014 deutlich verbessert. Der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen ist von 48 % auf 33 % gefallen. Auf die Warnstufe entfielen 45 % (2014: 38 %). Der Anteil ohne Verlichtung betrug 22 % (2014: 14 %). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 27,6 % auf 23,3 % gesunken. Der Kronenzustand 2014 war stark durch die in diesem Jahr üppige Fruktifikation geprägt. 2015 gab es nur wenige mittel oder stark fruktifizierende Bäume. Entsprechend hat sich der Kronenzustand erholt.
Bei der Eiche ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtungen von 36 % gegenüber dem Vorjahr unverändert. Auch die Anteile der Warnstufe mit 40 % und der Bäume ohne Verlichtung mit 24 % waren gegenüber dem Vorjahr unverändert. Diese scheinbare Konstanz ist das Ergebnis regional gegenläufiger Entwicklungen, die sich im Bundesdurchschnitt ausgleichen. Die mittlere Kronenverlichtung ist von 24,7 % auf 24,1 % gesunken.
Grundlage für politische Entscheidungen
Die bundesweite Waldzustandserhebung wird seit 1984 jährlich von den Ländern basierend auf einem systematischen Netz von Stichproben vorgenommen. Das Bundesergebnis wird aus den von den Ländern bereitgestellten Rohdaten am Institut für Waldökosysteme des Thünen-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei (TI), berechnet.
Durch die regelmäßigen Stichprobenerhebungen beim Kronenzustand können Veränderungen erkannt und Risiken bewertet werden. Die Informationen sind eine wichtige Grundlage für forst- und umweltpolitische Entscheidungen zum Schutz des Waldes.
Rechtsgrundlage für die Waldzustandserhebung
Die Waldzustandserhebung ist Teil des forstlichen Umweltmonitorings und eine der Walderhebungen nach § 41a Bundeswaldgesetz. Die auf § 41 a Absatz 6 BWaldG gestützte Verordnung über Erhebungen zum forstlichen Umweltmonitoring (ForUmV) ist am 1. Januar 2014 in Kraft getreten.
Waldzustand hängt von verschiedenen Faktoren ab
Auf den Waldzustand wirken verschiedene Faktoren ein, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken oder abschwächen können. Hierzu gehören das Baumalter und die Veranlagung der einzelnen Bäume, die gegenwärtige und frühere Bewirtschaftung, Standortfaktoren, das Auftreten von Schadorganismen, der Eintrag von Luftschadstoffen und anderes. Einen starken Einfluss hat die Witterung.
Abhängig vom Ausmaß und von der Geschwindigkeit, mit der sie sich vollzieht, führt die Klimaänderung zu zusätzlichen Risiken für den Wald. Die Wälder für den Klimawandel zu rüsten, ist eine wichtige Zukunftsaufgabe, bei der die Forstwirtschaft der Unterstützung bedarf.
 

Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2015 (PDF, 2 MB)

 
BMEL

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