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Waldzustandserhebung 2010 im Saarland 2010

Der saarländische Waldzustand nach äußerlich erkennbaren Kronenmerkmalen hat sich in diesem Jahr weiter verbessert. Dabei wirken sich im Zusammenspiel verschiedener Ursachen Witterungsereignisse nachwirkend über mehrere Jahre auf den Schadensverlauf aus. Nach einem absoluten Höchststand im Jahr 2006 infolge des waldschädigenden Trockenjahres 2003 setzt sich eine Erholungsphase fort: 2010 verringern sich die deutlichen Schäden weiter um 8 Prozentpunkte auf 27%.
Spürbar verbessert haben sich gegenüber dem Vorjahr vor allem die älteren Waldbestände mit einem Rückgang um 14 Prozentpunkte auf 37%. Bei den jüngeren – bis 60-jährigen – Bäumen liegt der Anteil mit 12% auf gleichem Niveau wie im Vorjahr. Der Rückgang der deutlichen Schäden war 2010 bei allen Hauptbaumarten zu beobachten. Die Kiefer bleibt mit 51% nach der absoluten Höhe die am stärksten geschädigte Hauptbaumart vor der Eiche (37%), Buche (27%) und Fichte (19%). Unter Einbeziehung noch leichter, eher unspezifischer Kronenschäden liegen die Gesamtschäden bei 77% (-5 Prozentpunkte gegenüber 2009), d.h. nur bei etwa einem Viertel der Waldfläche sind keine äußerlichen Kronenschäden erkennbar.
Schäden durch Wildverbiss im Jahr 2010
 
Der deutlich erkennbare Klimawandel und die damit verbundenen Auswirkungen auf die heimischen Waldökosysteme sowie die Erhaltung und der Schutz der Biodiversität erfordern den Erhalt der Baumartenvielfalt, gerade in der Waldverjüngung. Baumartenreiche Wälder müssen aufwachsen können und nicht bereits im Stadium bis zu 1 m Höhe durch Wildverbiss auf wenige Baumarten wie Buche, Fichte, Kiefer ausselektiert sein. Bei diesem „Baumsterben am Boden“ geht die Baumartenvielfalt und alle daran gebundenen Arten verloren.
Ergebnisse von Wildverbissinventuren nach einem in der Schweiz erprobten Verfahren (Indikatorflächen im Warndt und in Schwerpunkträumen des Nordsaarlandes) wurden 2010 erstmalig in den Waldzustandsbericht aufgenommen.
Die Aufnahmen von Indikatorflächen im Warndt 2009 ( vorkommende Wildarten Reh- und Schwarzwild) bestätigt die Ergebnisse von staatswaldweiten Großrauminventuren der Jahre 2005 und 2007: Die Verbissbelastung im Warndt ist bei der Buche unproblematisch. Bei Eiche, Esche, Ahorn, Kirsche, Hainbuche etc. liegt sie im kritischen Bereich, d.h. diese Baumarten bleiben im Wuchs gegenüber der Buche zurück, werden später ganz überwachsen und fallen in der Baumschicht aus. Die Verjüngungskontrolle in Gebieten hoher Verbissbelastung im Jahr 2010 aufgenommenen Indikatorflächen im Nordsaarland ergibt Verbissprozente weit über den verträglichen Grenzwerten. Hier besteht dringender Handlungsbedarf um Waldverjüngung zu ermöglichen bzw. zu sichern.
Bodenzustand und Forstliches Umweltmonitoring
Ergebnisse aktueller Bodenuntersuchungen verschiedener saarländischer Waldstandorte wie auch Stoffein- und austragsmessungen auf neun Dauerbeobachtungsflächen lassen das Ausmaß der Bodenversauerung bei weiterhin zu hohem Säureeintrag erkennen:
  • Die pH-Werte zeigen bei den Böden aus sauren Substraten insbesondere im Oberboden eine extrem saure Bodenreaktion.
  • Die Werte für die Basensättigung belegen bei der Mehrzahl der untersuchten Standortseinheiten eine gravierende Basenverarmung.
  • Anhand der Ca/Al-Verhältnisse im Bodensickerwasser der Level II-Flächen ist zu erkennen, dass die Säuretoxizität im Beobachtungszeitraum seit 1990 zugenommen hat.
  • Ergebnisse aus den tonmineralogischen Untersuchungen zeigen, dass bei Böden aus Buntsandstein, Quarzit und Schiefer die Bodenversauerung soweit fortgeschritten sein kann, dass eine irreversible Zerstörung der Tonminerale mit einem teilweisen Verlust der Bodenfunktionen eingetreten ist.
  • Leitet man aus den genannten Untersuchungsparametern eine Regionalisierung des Ausmaßes der Bodenversauerung ab, so kristallisieren sich Böden aus Buntsandstein, devonischen Quarziten und Schiefern als die am stärksten betroffene Areale heraus.
  • Die aktuellen Säureeintragsraten überschreiten der­zeit noch an den basenarmen Ausgangssubstraten, wie Quarzit und Buntsandstein, die ökosystemverträglichen Critical Loads.
  • Für Laubwaldbestände bedeuten Aluminiumwerte im Bodenwasser ein er­höhtes Risiko für Aluminiumstress und eine Behinderung in der Aufnahme der wich­tigen Nährstoffe Calcium, Magnesium und Kalium in die Pflanzenwurzeln. Außerdem können Basenverluste und erhöhte Aluminiumkonzentrationen in der Bodenlösung das Wurzelwerk, insbesondere Fein­wurzeln, schädigen und zur Flachgründigkeit der Baumwurzeln beitragen.
  • Auf basenarmen Ausgangsgesteinen des Buntsandsteins, des Quarzits und dem Rotliegenden ist die Pflanzenernährung durch erheblichen Magnesiummangel beeinträchtigt.
 

Saarland: Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2010

 
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