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Der Waldzustandsbericht 2012 für Niedersachsen

Waldzustandsbericht Niedersachsen 2012

Während Kiefer und Fichte seit nahezu drei Jahrzehnten stabile Benadelungswerte aufweisen, ist die Vitalität alter Buchen und Eichen mit Kronenverlichtungen bis zu 34 % deutlich eingeschränkt. Das sind die Hauptergebnisse des diesjährigen Waldzustandsberichtes, den Forstminister Gert Lindemann am 28. November vorstellte. Seit 2010 sind verschiedene forstschädliche Kleinschmetterlinge auf dem Vormarsch. Durch Raupenfraß ist 2012 der Anteil starker Schäden in den Kronen der Alteichen auf 5 % angestiegen. „Auch für 2013 können wir keine Entwarnung geben“, so Lindemann. „Ohne Gegenmaßnahmen droht ein schleichender Verlust der befallenen Wälder. Ein ungehindertes Fortschreiten der Absterbewelle wäre insbesondere ökologisch ein riesiger Verlust für die Biodiversität unserer Wälder.“
Die mittlere Kronenverlichtung der Waldbäume beträgt 2012 16 %. Das Gesamtergebnis zeigt einen weitgehend stabilen Verlauf. Dies wird ganz wesentlich durch die Kiefer geprägt, die als häufigste Baumart in Niedersachsen das Gesamtergebnis durch ihre relativ konstanten niedrigen Verlichtungswerte beeinflusst. Die ältere Kiefer weist eine mittlere Kronenverlichtung von 15 % auf, für die ältere Fichte mit 30 % und Buche mit 28 % liegt die mittlere Kronenverlichtung etwa doppelt so hoch. Am stärksten verlichtet ist die ältere Eiche, deren Kronenverlichtung seit 3 Jahren bei 34 % liegt.
 
Buche und Eiche weisen starke jährliche Schwankungen im Verlauf der Kronenverlichtung auf. Bei der Buche werden die jährlichen Ergebnisse stark durch den Turnus der Fruchtbildung mitbestimmt, bei der Eiche spielt die Entwicklung von blattfressenden Insekten eine große Rolle. Blattfraß und nachfolgender Pilzbefall durch Mehltau haben lokal die Vitalität der Eiche geschwächt. Die Ressourcen vieler Eichen sind infolge der seit mehreren Jahren andauernden Belastung aufgebraucht.
 
Begünstigt durch den Klimawandel könnte sich auch der Druck durch Schadinsekten wie den Borkenkäfern auf die Nadelbäume erhöhen. Die Regierungskommission „Klimaschutz“ hat der Landesregierung daher empfohlen, zur Risikominderung weiter auf den Waldumbau zu mehr Laubmischwäldern mit klimaresistenten und standortgerechten Baumarten zu setzen. Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen stellt den jährlichen Waldzustandsbericht zusammen. Ihr obliegt die praxisorientierte forstliche Forschung und Beratung für rund ein Viertel des deutschen Waldes.

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ML

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