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Der Waldzustandsbericht für Schleswig-Holstein 2011

Waldzustandsbericht für Schleswig-Holstein 2011

Der Waldzustandsbericht für Schleswig-Holstein 2011 erscheint erstmalig in einer neuen Form. Grund dafür ist der Beitritt zur Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA). Das forstliche Umweltmonitoring wird nunmehr im Wissenschaftsverbund für die Länder Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein gemeinsam betrieben. Der Waldzustandsbericht dient der Information interessierter Bürger über die Entwicklung des Gesundheitszustandes des Waldes in Schleswig-Holstein.
Die diesjährigen Ergebnisse für die Hauptbaumarten Eiche, Buche, Fichte und Kiefer liegen im Trend der vergangenen Jahre. Die mittlere Kronenverlichtung der Waldbäume in Schleswig-Holstein liegt 2011 mit 20 % etwa doppelt so hoch wie zu Beginn der Zeitreihe. Der höchste Wert im Beobachtungszeitraum wurde 2004 mit 24 % erreicht. Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung zeigen einen deutlichen Alterstrend: Die mittlere Kronenverlichtung der über 60-jährigen Waldbestände liegt mit 26 % mehr als doppelt so hoch wie die der jüngeren Waldbestände (10 %).
Die Baumarten reagieren unterschiedlich auf die verschiedenen Einflussfaktoren. Bei den Laubbaumarten Buche und Eiche haben sich die Kronenverlichtungswerte im Beobachtungszeitraum deutlich erhöht. Die Entwicklung der Kronenverlichtung der Buche ist durch starke Schwankungen gekennzeichnet. Mit einem Wert von 33 % ist die ältere Buche (zusammen mit der älteren Fichte) die am stärksten verlichtete Baumart in Schleswig-Holstein. Diese Entwicklung der Buche steht in Zusammenhang mit einer intensiven Fruchtbildung. Der Verlauf der mittleren Kronenverlichtung der älteren Eiche (2011: 25 %) wird beeinfl usst durch die Populationsdynamik der Eichenfraßgesellschaft. Fraßschäden haben auch in diesem Jahr zu Belaubungsdefi ziten der Eiche beigetragen.
Bei der älteren Fichte wird seit Beginn der Zeitreihe der Waldzustandserhebung ein anhaltend hoher Verlichtungsgrad festgestellt. Der niedrigste Wert wurde 1992 ermittelt (24 %), der höchste im Jahr 2006 (37 %). Mit einer mittleren Kronenverlichtung von 33 % wird in diesem Jahr ein vergleichsweise hoher Wert erreicht.
Die ältere Kiefer zeigt im Beobachtungszeitraum ebenfalls Schwankungen, 2004 waren die Verlichtungswerte am höchsten (27 %). Zurzeit sind die Verlichtungswerte geringer (2011: 19 %).
Im Jahr 2011 liegt die mittlere Kronenverlichtung der anderen Laub- und Nadelbäume (alle Alter) bei 13 % bzw. 12 %. Der Anteil starker Schäden (2011: 2,5 %) und die Absterberate (2011: 0,2 %) liegen über den Mittelwerten der Zeitreihe, aber weiterhin auf einem insgesamt sehr geringen Niveau.
 
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

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