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Waldzustandsbericht für die Region Berlin-Brandenburg 2012

Forstminister Jörg Vogelsänger hat am 18. Dezember den aktuellen Waldzustandsbericht für Brandenburg vorgestellt. Der Bericht enthält wie in den Vorjahren auch Daten für Berlin, so dass ein Vergleich der Situation für die gesamte Hauptstadtregion möglich wird.Vogelsänger: „Der Waldzustand hat sich weiter verbessert. Dennoch gibt es auch Anlass zur Sorge: Der Eiche geht es auch weiterhin nicht gut.“ Gegenwärtig sind 57 % der Waldfläche ohne Schadsymptome. Zehn Prozent weisen starke Schäden auf. Nach Einschätzung der Forstwissenschaftler im Landeskompetenzzentrum Forst Brandenburg haben sich die Witterungsbedingungen der letzten Jahre positiv ausgewirkt. Insgesamt bleibt damit der Waldzustand weiterhin stabil, auch wenn das gute Ergebnis von 2009 bisher nicht wieder erreicht wurde.
 

Vogelsänger: „Das gute Gesamtergebnis wird in Brandenburg vor allem durch die Kiefer, den Brotbaum der märkischen Forstwirtschaft, dominiert.“ Die Kiefer ist mit 710 240 ha (74,2 %) die dominierende Baumart in den Wäldern der Region. 63 % der Kiefern sind ohne Schäden. Nur drei Prozent aller Kiefernkronen weisen deutliche Schädigungen auf.

Für Laubbäume fällt das Ergebnis merklich schlechter aus. Die Hauptbaumarten Buche (3,7 %) und Eiche (9,8 %) sind mit 82 540 ha noch relativ gering in der Waldfläche vertreten. Der Anteil sonstiger Laubbäume liegt bei acht Prozent, der sonstiger Nadelbäume bei 4,4 %.
 
„Vor allem die Eiche bleibt unser Sorgenkind“, so der Minister. Seit 2001 ist die Eiche die Baumart mit der höchsten Kronenverlichtung. Nach dem Rekordsommer 2003 war fast jede zweite Eiche deutlich geschädigt. 2004 wurde mit 45 % deutlicher Schäden ein Spitzenwert erreicht, der auch durch den Extremsommer 2003 bedingt war. Bis 2009 ging dieser Anteil deutlich zurück und lag 2009 nur noch bei 26 %. Dieser positive Trend hat sich jedoch in den letzten drei Jahren nicht weiter fortgesetzt. Seither ist wieder ein stetiger Anstieg der deutlichen Schäden zu verzeichnen, der Anteil liegt gegenwärtig bei 41 %. Nur zehn Prozent der Eichen sind gesund. Die Ursachen sind vielfältig. Neben Witterungsextremen hat die Eiche immer wieder mit intensiven Fraßschäden durch verschiedene Schadinsekten zu kämpfen. Insbesondere der Eichenprozessionsspinner macht den Eichen, nicht nur im Wald, seit einigen Jahren erheblich zu schaffen. Dies hat zu Folge, dass die Eichen besonders intensiv beobachtet werden müssen, um auf mögliche Bestandsschäden schnell und effizient reagieren zu können.
 
Für die Buche sind repräsentative Aussagen aufgrund ihrer geringen Anzahl im Stichprobennetz nur bedingt zu treffen. Es lässt sich aber feststellen, dass seit 2004 auch die Buchen ein erhöhtes Niveau deutlicher Schäden aufweisen, gegenwärtig 33 %. Der Anteil ungeschädigter Buchen betrug 1999 noch 61 %.
 
Gegenwärtig sind in der Stichprobe nur noch 17 % der Buchen ohne Schäden. Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung zeigen, dass die Laubbäume, insbesondere die Eiche, als wichtige Mischbaumart der Aufmerksamkeit bedürfen. Vogelsänger: „Auch wenn der Zustand der Laubbäume durchaus besorgniserregend ist, gibt es zum Waldumbau der großen Kiefernreinbestände in stabile Mischbestände mit Eiche und Buche keine Alternative.“
Schadinsekten im Wald
 
Die Kiefer ist trotz der aktuell entspannten Situation durch den Klimawandel stark gefährdet, aber auch durch die Massenvermehrung von Kieferngroßschädlingen wie die Nonne. Eine Reduzierung der Schadinsekten durch natürliche Gegenspieler ist in den großen Reinbeständen so gut wie nicht gegeben. Großflächige Absterbeerscheinungen können oft nur durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verhindert werden. Zirka alle zehn Jahre rechnen Brandenburgs Forstleute damit, dass es zu einer solchen Massenvermehrung kommt.
Um Gefährdungen rechtzeitig zu erkennen, erfolgt durch den Landesbetrieb Forst eine flächendeckende Überwachung der Schadinsekten im Wald. In den kommenden Jahren wird ein erneuter Höhepunkt einer Massenvermehrung der Kieferngroßschädlinge erwartet. In jüngster Zeit wurden deshalb in den Waldumbau erhebliche Mittel investiert.
 
Der Waldumbau durch Naturverjüngung, Saat oder Pflanzung ist auch in den nächsten Jahren weiterhin Kernaufgabe im öffentlichen Wald und auch private Waldbesitzer haben sich diese Aufgabe zu Eigen gemacht. Im Landeswald werden jährlich 1 500 ha umgebaut. Für den Privatwald gibt es nur Schätzungen: 600 ha im Jahr 2012.

download Waldzustandsbericht 2012 Berlin-Brandenburg 2012

MIL

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