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Waldzustandsbericht 2014 für Baden-Württemberg

Waldzustandsbericht 2014 für Baden-Württemberg

Der Waldzustandsbericht 2014 für Baden-Württemberg wurde am 4. Dezember von Minister Alexander Bonde in Stuttgart vorgestellt. „In diesem Jahr zeigt sich“, so der Minister, „dass es dem Patienten Wald wieder etwas schlechter geht. Bei vielen Baumarten, insbesondere der Fichte und der Buche, haben sich die Kronenschäden verstärkt. Wir müssen leider davon ausgehen, dass hier bereits Auswirkungen der Klimaerwärmung im Wald sichtbar werden.“
Besonders die warme und trockene Frühjahrswitterung und das insgesamt sehr warme Jahr 2014 haben dem Wald zugesetzt. Zudem führten Schadinsekten und ein starker Fruchtbehang zu weiteren Belastungen. Der Anteil der Waldfläche in Baden-Württemberg, der als deutlich geschädigt einzustufen ist, nahm im Vergleich zum Vorjahr um 7 % auf 42 % zu. Besonders deutlich ist die Abnahme der nicht geschädigten Waldbestände von 33 % auf aktuell 24 %. Der mittlere Nadel-/Blattverlust der Bäume erhöhte sich um 4 % auf 26 %.
„Damit hat sich die tendenzielle Verbesserung des Waldzustandes der letzten Jahre nicht fortgesetzt“, so der Minister. Die vorteilhaften ökologischen Eigenschaften gegenüber dem Klimawandel zeigen sich bei der Tanne: Der mittlere Nadelverlust hat sich um vergleichsweise moderate 2 % auf 25 % erhöht – deutlich weniger als bei der flach wurzelnden Fichte. Die Fichte ist zwar weiterhin die Hauptbaumart mit den geringsten Nadel-/Blattverlusten. Der Nadelverlust der Fichte erhöhte sich jedoch dieses Jahr um 4 % auf 23 %. Nachdem die Eiche in den letzten Jahren unter verschiedenen Raupen und Mehltau gelitten hatte, verbesserte sich ihr Zustand nun um knapp 1 % auf 29 %.
Sorgenkind Buche
Auch der Zustand der Buche verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr mit deutlich, der mittlere Blattverlust erhöhte sich auf 35 % (+6 %).
„Sorge bereitet uns auch dieses Jahr die Buche. Sie ist die aktuell die am stärksten betroffene Baumart. Dies ist im langjährigen Vergleich umso besorgniserregender. Bis kurz vor der Jahrhundertwende waren die Ergebnisse der Buchen immer deutlich besser als der Durchschnitt. Seither beobachten wir einen deutlichen Anstieg der Schäden mit starken jährlichen Schwankungen. Die Ursachen hierfür sind noch nicht klar. Auffallend ist die häufige, extrem starke Fruchtbildung bei der Buche, die zu einem schlechten Kronenzustand beiträgt“, sagte Bonde.
Ein Grund könnten die deutlich steigenden Jahresdurchschnittstemperaturen und die dadurch verlängerte Vegetationszeit sein. Weitere Gründe für den Zustand der Buchen sind Insektenschäden und regionale Spätfrostschäden.
Waldumbau muss weitergehen
In den vergangenen 20 Jahren wurde der Anteil an Laubbäumen in den Wäldern Baden-Württembergs von etwa 36 % kontinuierlich auf knapp 47 % erhöht. Zum Waldumbau gebe es auch angesichts des Klimawandels keine Alternative, unterstrich Minister Bonde.

 

Hier der Waldzustandsbericht zum Herunterladen

 
MLR Baden-Württemberg

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