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Im Juni dieses Jahres hat Höfken gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer und weiteren Akteuren im Waldbereich eine Walderklärung unterzeichnet.

Waldzustandsbericht 2019 für Rheinland-Pfalz

Ulrike Höfken, Staatsministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz, hat den Waldzustandsbericht 2019 im Forsthaus Ober-Olm vorgestellt. Die Diagnose im Wald lautet ähnlich wie im Jahr zuvor: 82 % der Bäume sind krank. Dazu kommt jedoch: Noch nie zuvor sind so viele Bäume abgestorben oder kurz davor.

Grund für den schlechten Zustand des Waldes ist vor allem die langanhaltende Dürre in diesem und im Jahr 2018. Viele Insekten profitieren von der Trockenheit und können sich so schneller vermehren. Gleichzeitig können Bäume Schädlingsbefall schlechter abwehren – wegen des Wassermangels sind sie schlichtweg zu schwach. Deswegen müsse, so Höfken, der Ausstoß klimaschädigender Treibhausgase vehement reduziert werden, um die weitere Erderhitzung schnellstens zu stoppen.

Wald leistet wichtigen Beitrag zum Klimaschutz

Der Wald in Rheinland-Pfalz speichert 3,7 Mio. t CO₂. Bezieht man den gesamten Sektor Forst und Holz, also unter anderem auch das CO₂, das in Holz-Gegenständen gespeichert ist, mit ein, ergeben sich 9,8 Mio. t CO₂. Dies entspricht rund einem Viertel der Emissionen im gesamten Bundesland Rheinland-Pfalz. „Die Klimaschutzleistung des Waldes ist enorm. Wenn der Wald leidet, schadet das auch dem Klima“, so Höfken. „Daher setzen wir uns für eine dauerhafte Finanzierung der Klimaschutz-Leistung des Waldes ein, zum Beispiel aus dem Energie- und Klimafonds.“

Waldzustandsbericht: Gesundheit des Waldes weiterhin besorgniserregend

Der Gesundheitszustand des Waldes ist besorgniserregend, so die Ministerin. Auch das Ausmaß der durch Borkenkäferbefall abgestorbenen Fichten war bislang in Rheinland-Pfalz noch nie zuvor so hoch: Rund 3 Mio. Fm Fichtenholz sind in den Jahren 2018 und 2019 dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Pestizide, um Schädlinge abzuwehren, sind dabei keine Option für Forstministerin Höfken: „Chemie-Keulen würden das Ökosystem Wald stark belasten. Das Spritzmittel tötet nicht nur den Borkenkäfer, sondern auch andere Insekten ab, auch solche, die Borkenkäfer bekämpfen.“ Wichtige Gegenspieler, wie eine ganze Reihe von Schlupfwespenarten, dazu Langbeinfliegen und Lanzenfliegen parasitieren die Borkenkäferlarven oder die erwachsenen Käfer, andere, wie der Ameisenbuntkäfer greifen die Borkenkäfer unmittelbar an. Mit zunehmender Dauer einer Borkenkäfer-Massenvermehrung werden diese Gegenspieler immer wirkungsvoller. Sie sind also die natürlichen Helfer der Forstleute.

Der Waldzustandsbericht zeigt auch: Nicht nur Fichten, sondern zahlreiche Baumarten sind klimakrank. Unter Wassermangel leiden alle.

Zusatzerhebung ermittelt Ausmaß der Dürre

2019 gab es erstmals eine Zusatzerhebung zum allgemeinen Waldzustandsbericht: erfasst wurden auch die Schäden durch Trockenheit. Fazit: Nahezu alle der 44 Forstämter meldeten stark geschädigte oder völlig vertrocknete Bäume. Am stärksten von der Dürre betroffen waren dabei die Wälder in den Forstämtern Pfälzer Rheinauen, Koblenz und Donnersberg. Hier sind neben Eichen und Kiefern auch die am weitesten verbreitete Baumart – die Rotbuche – schlichtweg verdurstet. Selbst Baumarten, die als trockenresistent gelten, wie Robinie, Weißtanne und Schwarzkiefer waren betroffen, meldeten die Forstämter.

Die gesamte Dimension des zweiten Dürre-Sommers in Folge wird sich allerdings erst im kommenden Frühjahr zeigen.

Politische Ziele und Forderungen in Walderklärung festgehalten

Im Juni dieses Jahres hat Höfken gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer und weiteren Akteuren im Waldbereich eine Walderklärung unterzeichnet, um Waldbesitzenden zu helfen, den Klimaauswirkungen im Wald zu begegnen. Der Klimaschutz ist hier als primäres Ziel festgehalten. Dazu führt die Walderklärung auch eine Reihe von Maßnahmen und Anforderungen auf. Ein erster Erfolg betrifft die Fortschritte bei der Finanzierung. So wird es auch eine Kooperation mit dem Landesbetrieb Mobilität und den Forstleuten geben: Muss ein Baum an einem Weg oder einer Straße gefällt werden, weil er durch Trockenheit oder andere Einflüsse zur Gefahr wird, hilft künftig der Landesbetrieb Mobilität bei Straßensperrungen. Auf diese Unterstützung können alle Waldbesitzenden zurückgreifen. Die Kooperation soll in den kommenden Wochen unterzeichnet werden.

Auch ein naturnaher Waldbau ist darin festgeschrieben. „Glücklicherweise sind die Heilungskräfte der Ökosysteme erfolgreich, wenn die nötigen Bedingungen geschaffen werden“, sagte die rheinland-pfälzische Forstministerin. „Dazu brauchen wir auch die nötige finanzielle Unterstützung. Die Forstleute geben alles, um den Wald fit für die Zukunft zu machen: Kranke Bäume werden notgeerntet, damit nicht noch weitere, gesunde Bäume befallen werden und die Forstleute achten darauf, dass sie geeignete Baumarten pflanzen.“

Red./MUEEF Rheinland-Pfalz

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