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Im Waldzustandsbericht 2018 für Thüringen werden nur 19 Prozent aller Waldbäume Thüringens als gesund bewertet – 2017 waren es 22 %.

Waldzustandsbericht 2018 für Thüringen

Die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller hat den Waldzustandsbericht 2018 vorgestellt.

„Die Ergebnisse des Thüringer Waldzustandsberichts 2018 sind die schlechtesten seit 25 Jahren. Der wenige Regen und die außergewöhnliche Wärme in diesem Jahr führen zu erheblichen Trockenschäden in Thüringens Wäldern. Die Folgen des Klimawandels sind offensichtlich und schwächen die Abwehrkräfte des Waldes. Das macht die Bäume anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer“, zeigte sich Ministerin Keller besorgt über den Waldzustand. Im Durchschnitt fielen in diesem Jahr 42 % weniger Regen, in manchen Regionen sogar 93 %.

„Wir unterstützen die Landesforstanstalt und die Waldbesitzer beim Waldumbau, um klimaangepasste und risikoarme Mischwälder zu etablieren. Darüber hinaus sind gesamtgesellschaftliche Maßnahmen dringend geboten, um die Schadstoffe in Luft und Böden zu verringern. Unsere Wälder für den Klimawandel zu wappnen, ist eine der wichtigsten Aufgaben von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.“

Im Waldzustandsbericht 2018 werden nur 19 % aller Waldbäume Thüringens als gesund bewertet (2017: 22 %). Das ist der niedrigste Stand seit 1993. 40 % der Bäume weisen leichte Schädigungen auf (2017: 42 %), 41 % wurden als deutlich geschädigt eingestuft (2017: 36 %).

Zu einzelnen Baumarten

Nahezu alle Baumarten sind von den diesjährigen Trockenschäden betroffen und haben an Vitalität verloren. Lediglich der Zustand der Kiefer hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert.

Der häufigste in den Thüringer Wäldern vertretene Baum ist die Fichte. Der Anteil gesunder Fichten ist mit 27 % auf dem niedrigsten Stand seit 1994 und 5 % niedriger als im Vorjahr. Markant verschlechtert hat sich unter anderem der Zustand von Buche und Eiche. Bei den Buchen stiegen die Vitalitätsverluste um 7 %. Bei den Eichen hat sich der Anteil gesunder Bäume von 4 auf 6 % leicht erhöht. Anderseits haben die Vitalitätsverluste bei rund 68 % der Eichen stark zugenommen – das ist der höchste Anteil seit 1994. Der Zustand bei anderen Baumarten, wie z.B. Hainbuche, Linde, Ahorn, Lärche, Weißtanne sieht ähnlich aus.

Die Waldzustandserhebung wurde in Thüringen zum 28. Mal durchgeführt. Seit 1991 wird jährlich an insgesamt rund 350 Aufnahmepunkten stichprobenartig der Kronenzustand unserer Waldbäume begutachtet. Im Rahmen der Waldzustandserhebung 2018 wurden insgesamt fast 8.400 Bäume begutachtet. Die Ergebnisse werden im Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha zusammengestellt und ausgewertet.

Beseitigung der Borkenkäferschäden

Das Land fördert die Beseitigung der Borkenkäferschäden mit bis zu 70 % der Kosten, das betrifft unter anderem die Aufarbeitung und den Abtransport des Schadholzes. Für die Wideraufforstung und den Waldumbau sind 2019 und 2020 jährlich bis zu 3 Mio. € eingeplant. Den Waldumbau im Privat- und Körperschaftswald hat der Freistaat Thüringen in den vergangenen 20 Jahren mit über 20 Mio. € unterstützt.

Der Waldzustandsbericht 2018 für Thüringen zum Herunterladen (26 MB)

Red./TMIL

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