ABO
Den Waldzustandsbericht 2018 für Nordrhein-Westfalen hat Ministerin Ursula Heinen-Esser am 21. November öffentlich vorgestellt, meldet www.forstpraxis.de.

Waldzustandsbericht 2018 für Nordrhein-Westfalen

Die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Ursula Heinen-Esser, hat den Waldzustandsbericht 2018 für NRW vorgestellt.

„Unsere Wälder sind in einem besorgniserregenden Zustand. Denn durch das Zusammenwirken von Sturm im Frühjahr, gefolgt von extremer Sommertrockenheit und anschließend starkem Borkenkäferbefall in den Nadelwäldern sind die Schäden in diesem Jahr erheblich“, so die Einschätzung der Ministerin.

Insgesamt 39 % der erfassten Bäume weisen eine deutliche und weitere 39 % eine schwache Kronenverlichtung auf. Damit verbleiben nur 22 % ohne Kronenverlichtung. Weil die Geländeaufnahmen zum Kronenzustand aus methodischen Gründen bereits im August beendet werden mussten und zudem die Auswertungen zum vollen Ausmaß der Borkenkäferschäden noch andauern, dürften die tatsächlichen Waldschäden somit noch größer sein.

Erst Sturm, dann Dürre, zum Schluss noch Borkenkäfer

Nordrhein-Westfalen war besonders schwer vom Orkan Friederike im Januar betroffen. Es entstanden 2,5 Mio. Festmeter (Fm) Sturmholz. Die Monate April bis August waren die wärmsten sowie sonnenscheinreichsten und zugleich mit die niederschlagsärmsten Monate seit Beginn der Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes im Jahr 1881. Aufgrund des durch den Sturm angefallenen, bruttauglichen Fichtenholzes und der Sommertrockenheit, die die Abwehrkräfte der Bäume stark schwächte, kam es zu Massenvermehrungen der Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher in Fichtenwäldern. Fichtenwälder nehmen etwa ein Drittel der Waldfläche Nordrhein-Westfalens ein. Der derzeitige Stand der Erhebungen lässt darauf schließen, dass es sich um die größte Borkenkäferkalamität seit mehreren Jahrzehnten handelt.

Task Force Borkenkäfer

Zur Bewältigung der aktuell schwierigen Lage für die nordrhein-westfälische Forstwirtschaft hat Ministerin Heinen-Esser kürzlich eine Task Force Borkenkäfer eingerichtet. Diese wird sich vor allem dafür einsetzen, dass das Schadholz möglichst schnell aus dem Wald abtransportiert und dass eine weitere Massenvermehrung der Borkenkäfer im nächsten Jahr möglichst eingedämmt werden kann.

Anforderungen durch den Klimawandel

Ministerin Heinen-Esser: „Neben den akuten Maßnahmen ist es für die Landesregierung aber auch wichtig, die Wälder im Klimawandel auch längerfristig stabiler und widerstandsfähiger zu entwickeln. Hierzu werden in Kürze das neue Waldbaukonzept für Nordrhein-Westfalen und weitere unterstützende Instrumente für den Waldbesitz vorgestellt. Wichtige Informationen für die Waldbewirtschaftung werden in Kürze über das neue Internetportal Waldinfo.NRW modern und benutzerfreundlich angeboten.“

Neue Instrumente für die Waldbewirtschaftung geplant

Die Vitalität der Waldbäume wird jährlich nach einer bundesweit einheitlichen Methode erfasst. Hierzu wird für Nordrhein-Westfalen der Zustand der Baumkronen von etwa 10.000 Bäumen von forstlichen Fachleuten beurteilt und auch weitere Faktoren werden berücksichtigt. Der Waldzustand verschlechterte sich seit Beginn der Erhebung im Jahr 1984. Etwa seit 2000 bewegt sich das Schadensmaß mit jährlichen Schwankungen auf ungefähr gleichbleibend hohem Niveau. In den jährlichen Waldzustandsbericht fließen auch ergänzende Fachinformationen ein, die nicht durch die Methode im engeren Sinne abgebildet sind (z. B. in diesem Jahr Aussagen zu Schadholzmengen).

Die neuen Instrumente für die Waldbewirtschaftung im Klimawandel sind Teil der Klimaanpassungsstrategie für den Wald und die Waldbewirtschaftung in Nordrhein-Westfalen. Wichtige Umsetzungsprojekte sind das neue Waldbaukonzept NRW, die landesweite forstliche Standortkarte und das neue Waldinformationssystem NRW (hier vor allem das neue Internetportal Waldinfo.NRW). Relevant sind hierbei auch die waldrelevanten Fachinformationssysteme zum Klimawandel.

Die neuen Instrumente für die Waldbewirtschaftung werden im Rahmen einer Fachveranstaltung am 7.12.2018 in Düsseldorf öffentlich vorgestellt.

Der Waldzustandsbericht NRW 2018 online zum Herunterladen

MULNV NRW

Auch interessant

von