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Waldzustand

Waldzustandsbericht 2017 für Thüringen

Am 15. Dezember stellte die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller den Waldzustandsbericht 2017 für den Freistaat Thüringen vor.

„Die Ergebnisse des Thüringer Waldzustandsberichts 2017 zeigen, dass der Zustand unserer Wälder sich nach den schlechten Ergebnissen im Jahr 2016 stabilisiert hat. Die deutlichen Warnsignale bleiben aber bestehen“, sagte Ministerin Birgit Keller bei der Präsentation des Waldzustandsberichts in Erfurt. „Der Klimawandel setzt bereits jetzt und auch in Zukunft den Wald unter erheblichen Stress. Über alle forstlichen Maßnahmen zur Verbesserung des Waldzustandes hinaus bleibt die umweltpolitische Herausforderung für die ganze Gesellschaft bestehen: Wir müssen die Treibhausgase senken und die Schadstoffemissionen vermindern.“

„Der Waldzustandsbericht ist darüber hinaus eine unerlässliche Datengrundlage für unsere Forstpolitik“, so Ministerin Keller weiter. „Die Daten zeigen uns, dass wir mit dem durch die Forstverwaltung vorangetriebenen Waldumbau hin zu naturnahen Dauerwäldern auf dem richtigen Weg sind, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.“

Im Waldzustandsbericht 2017 werden 22 % aller Waldbäume Thüringens als gesund bewertet (2016: 20 %), 42 % weisen nur leichte Schädigungen auf (2016: 43 %). 36 % der Bäume wurden allerdings als deutlich geschädigt eingestuft (2016: 37 %). Die mittlere Kronenverlichtung liegt in diesem Jahr bei 23,5 % (2016: 23,9 %).

Ausgewählte Baumarten

Betrachtet man die einzelnen Baumarten, dann ergibt sich ein differenziertes Bild: Die Buche hat sich von den Auswirkungen der starken Fruchtbildung im Vorjahr erholt. Der Anteil deutlich geschädigter Buchen ist um 10 % zurückgegangen und zeigte mit nunmehr 33 % einen der besten Werte seit Beginn der Messungen.

Fichte. Der häufigste in den Thüringer Wäldern vertretene Baum ist die Fichte. Sie ist im Baumartenvergleich mit einem Anteil gesunder Bäume von 32 % auch der gesündeste. Der Anteil deutlich geschädigter Fichten nahm um 2 % auf jetzt 28 % ab. Dieses Ergebnis darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Klimawandel bei der Fichte als Baumart der kälteren Regionen zunehmend Vitalitätsprobleme hervorrufen wird.

Kiefer. Bei den Kiefern stieg der Anteil stark geschädigter Bäume auf 50 % (2016: 48 %). Bei den Kiefern kann die starke Fruchtbildung im Jahr 2017 eine Ursache für die Verschlechterung der Werte sein.

Eiche. Bei den Eichen betrug der Anteil stark geschädigter Bäume 60 % (2016: 44 %). 2017 spielten witterungsbedingte Spätfrostschäden eine Rolle, die auch durch den Johannistrieb nicht ausgeglichen werden konnten. Zu zusätzlichen Blattverlusten hat der verstärkte Blattfraß durch den Kleinen Frostspanner, den Grünen Eichenwickler und den Schwammspinner geführt.

Die Waldzustandserhebung wurde in Thüringen zum 27. Mal durchgeführt. Seit 1991 wird jährlich an insgesamt rund 350 Aufnahmepunkten stichprobenartig der Kronenzustand der Waldbäume begutachtet. Im Rahmen der Waldzustandserhebung 2017 wurden insgesamt knapp 8.500 Bäume begutachtet. Die Ergebnisse werden im Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha zusammengestellt und ausgewertet.

Zum Herunterladen Waldzustandsbericht 2017 Thüringen (PDF 8,1 MB)

Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

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