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Waldzustandsbericht 2014 für Sachsen bestätigt positive Entwicklung der Vorjahre

Waldzustandsbericht 2014 für Sachsen bestätigt positive Entwicklung der Vorjahre

Bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2014 für den Freistaat Sachsen (19.12.2014) verwies Forstminister Thomas Schmidt auf den insgesamt guten Zustand der sächsischen Wälder. Auffällig sind dabei die regionalen Unterschiede; im Erzgebirge, im östlichen Tiefland und im Vogtland sind die Baumkronen im Durchschnitt dichter und grüner als in den übrigen Regionen. Die guten Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2014 würden auch den Erkenntnissen aus der dritten Bundeswaldinventur entsprechen: Der sächsische Wald wachse besser als je zuvor.
Wesentliche Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2014
Der Kronenzustand der Waldbäume im Jahr 2014 entspricht bei baumartenspezifischer und regionaler Differenzierung dem Niveau der vergangenen fünf Jahre. Bei den Laubbäumen bleibt der Kronenzustand schlechter als bei den Nadelbäumen.
Mit 16,8 % ist die mittlere Kronenverlichtung aller Baumarten um knapp 1 % gegenüber dem Vorjahreswert gesunken. Die kombinierten Schadstufen aus Kronenverlichtung und Verfärbungen ergeben für 2014: 39 % der Waldbäume sind gesund (Schadstufe 0; Vorjahr 37 %), 46 % sind schwach geschädigt (Schadstufe 1; Vorjahr 46 %) und 15 % zeigen eine deutliche Beeinflussung des Kronenzustandes (Schadstufen 2 bis 4; Vorjahr 17 %).
Im inzwischen 24-jährigen Beobachtungszeitraum zeichnen sich mehrere Phasen der Verbesserung und Verschlechterung des Kronenzustandes ab. Erst ein detaillierter Blick auf die verschiedenen Baumarten, Wuchsgebiete und Baumalter lässt die Dynamik im Kronenzustand der Bäume im Freistaat Sachsen erkennen. Besonders sensitiv auf Umweltfaktoren reagieren ältere Bäume (über 60 Jahre). Hier ist seit dem Jahr 1991 ein positiver Trend in der mittleren Kronenverlichtung festzustellen.
Für die Fichte weist die aktuelle Waldzustandserhebung einen mittleren Nadelverlust von 14,7 % auf. Damit wird erneut das Minimum aus dem Jahr 2006 erreicht. Deutlich geschädigte Kronenstrukturen wurden an 12 % der Fichten diagnostiziert, was eine weitere leichte Abnahme bedeutet. In den unteren und mittleren Berglagen liegt die mittlere Kronenverlichtung weiterhin merklich über dem Wert der höheren Berglagen. Aufgrund des zeitigen und warmen Frühjahrs 2014 sowie des angespannten Wasserhaushaltes wurde mehr Holz als in den Vorjahren vom Borkenkäfer befallen.
Bei der Kiefer blieben die mittleren Nadelverluste 2014 mit 16,8 % nahezu unverändert. Nach den günstigen Verhältnissen in den eher feuchten Jahren zwischen 2009 und 2012 liegt der Anteil deutlich geschädigter Kiefern mit 12 % auf dem Niveau der trockenen Jahre zwischen 2002 und 2008. Auch die Anteile schwach geschädigter (2014: 54 %) und ungeschädigter Bäume (34 %) bleiben in etwa konstant. Die Kiefer ist wiederholt Massenvermehrungen verschiedener forstlich relevanter Schädlinge ausgesetzt. Bereits 2013 traten in der Muskauer Heide teilweise starke Fraßschäden auf. Diese Entwicklung setzte sich im Jahr 2014 in diesem und in einem weiteren Befallsareal fort. Um Kahlfraß zu vermeiden, wurden auf 125 ha Pflanzenschutzmittel eingesetzt.
Bei den sonstigen Nadelbäumen steigerte sich der Trend steigender Werte der mittleren Kronenverlichtung im Jahr 2013 auf 17,5 %; 2014 fallen die mittleren Nadelverluste mit 15,3 % merklich niedriger aus. Der Anteil der Bäume in den Klassen mit deutlich negativen Kronenstrukturen liegt bei 14 % und damit wiederholt über dem Anteil der Fichte. Die Europäische Lärche ist mit etwa 50 % die häufigste Baumart in dieser Gruppe. Mehr als die Hälfte der begutachteten sonstigen Nadelbäume sind jünger als 40 Jahre.
Die Eichen zeigen innerhalb der Zeitreihe eine hohe Varianz in der Belaubung. 2014 liegt der Anteil der Bäume mit ungünstigem Kronenzustand bei 35 % und damit 17 % unter dem Vorjahreswert. Der mittlere Blattverlust fiel merklich auf 25 %.
Die mittlere Kronenverlichtung der Rotbuche sinkt abermals und erreicht 20,8 %. Der Anteil der Bäume mit ungünstigem Kronenzustand beträgt 29 %. Der gleiche Anteil wurde als vital und vollbelaubt taxiert. An lediglich 12 % der älteren Bäume wurden keine Früchte registriert und 45 % der Buchen wiesen mittleren bis starken Fruchtbehang auf. Demnach setzt sich die Erholung seit dem Trockenjahr 2003 kontinuierlich fort. Aber auch die Veränderung der Stichprobe hat Einfluss. Durch das Einwachsen von Buchen aus der unteren Bestandesschicht in die Stichprobe stieg die Zahl der erfassten Buchen von 175 Bäumen im Jahr 2003 auf nunmehr 225 Bäume an. Damit nimmt auch der Anteil junger, vitaler Bäume, deren Kronen dynamisch auf freien Wuchsraum reagieren, zu.
Die Gruppe der sonstigen Laubbäume ist sehr heterogen, wobei jeder zweite Baum eine Birke ist. Die Verteilung der Bäume auf die drei Zustandsklassen (0 = 36 %; 1 = 46 %; 2 bis 4 = 18 %) fällt ungünstiger als im Vorjahr aus. Damit steigt gleichzeitig auch die mittlere Kronenverlichtung um mehr als 1 % auf 19,2 %. Im Vergleich zu allen anderen Baumartengruppen finden sich in dieser Gruppe eine Reihe von Baumarten, deren Kronen auf Stressbelastungen hinweisen: die schüttere und teilweise verfärbte Belaubung der Birke, die frühzeitigen Verfärbungen bei Linden und die Schäden durch das Triebsterben an Eschen.
Die regionalen Unterschiede im Kronenzustand sind deutlich.
Unverändert hoch sind die mittleren Kronenverlichtungen in den Regionen Westliches Tiefland (20,9 %), Elbsandsteingebirge und Zittauer Gebirge (18,7 %). Zudem sind dies die einzigen Regionen, in denen die Werte im Vergleich zum Vorjahr angestiegen sind. Die beiden Hügellandsregionen (Lausitzer Hügelland und Becken mit 17,5 %,  Mittelsächsisches Lößhügelland und Erzgebirgsvorland mit 16,2 %) weisen durchschnittliche Werte auf. Im Erzgebirge, dem waldreichsten Wuchsgebiet, im Östlichen Tiefland und im Vogtland liegen die mittleren Nadel- und Blattverluste unter dem Landesdurchschnitt. Auch wenn im Erzgebirge mit 15,6 % die Minima der Jahre 2008 und 2010 nicht erreicht werden, so bleibt der vergleichsweise gute Kronenzustand erhalten. Die deutlichsten Veränderungen des Kronenzustandes wurden für das Vogtland nachgewiesen. Nach den hohen Werten der letzten beiden Jahre weist hier die mittlere Kronenverlichtung im Jahr 2014 mit 14,9 % den landesweit geringsten Wert auf.
  
Die Waldzustandserhebung wurde im Jahr 2014 im Freistaat Sachsen an 283 Stichprobepunkten mit 6.792 begutachteten Bäumen durchgeführt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.wald.sachsen.de und unter www.sachsenforst.de.
 

Zum Download des Waldzustandsberichtes 2014 für Sachsen

 
SMUL

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