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Waldzustandsbericht 2014 für Nordrhein-Westfalen

Waldzustandsbericht 2014 für Nordrhein-Westfalen

Die extremen Wetterbedingungen in diesem Jahr haben die Wälder in Nordrhein-Westfalen in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Waldzustandsbericht 2014 der Landesregierung weisen 36 % der Bäume deutliche Schädigungen auf. Es ist der höchste Wert seit dem Beginn der Erhebungen vor 30 Jahren. Nur noch 23 % der Bäume in NRW weisen keinerlei Kronenverlichtungen auf und gelten daher als gesund.
Umweltminister Johannes Remmel bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes für NRW am 14. November: „Heute bedroht zwar nicht mehr in erster Linie der saure Regen unsere Wälder, wie noch in den 1980er und 1990er Jahren. Es sind vielmehr die sich abzeichnenden Wetterextreme als Folge des Klimawandels, die den Wald zu schaffen machen.“ Dies zeige sich in diesem Jahr insbesondere am schlechten Abschneiden der Buche.
Zustand wichtiger Baumarten
• Die Buchen haben in diesem Jahr – mit lokalen Unterschieden – außerordentlich viele Bucheckern ausgebildet. Dadurch werden weniger und oft kleinere Blätter produziert und Blattanzahl und Blattmasse nahmen stark ab. Eine zusätzliche Belastung war das starke Auftreten des Buchenspringrüsslers in einigen Regionen. Die Kronenverlichtung ist in diesem Jahr auf 55 % gestiegen, im Vorjahr waren es nur 29 %. Der Wert für Buchen ohne Schädigungen fiel von 28 % auf 12 %.
• Die Eiche konnte sich leicht erholen, auch wenn der Anteil der Bäume ohne jede Verlichtung geringfügig von 17 % auf 15 % abgenommen hat.
• Auch die Kronenverlichtung der Kiefer hat sich leicht verbessert. Kiefern ohne Schädigungen stiegen von 15 auf 16 %. Bäume mit deutlichen Schäden reduzierten sich von 24 auf 23 %.
• Der Zustand der Fichte hat sich abermals verschlechtert: Der Anteil der Fichten ohne Schädigungen ging von 29 % auf 27 % zurück. Gleichzeitig stieg der Anteil mit deutlichen Schädigungen von 26 % auf 33 % an. Im Verlauf der letzten drei Jahre nahm ihre Benadelung schrittweise ab.
Zu den Tendenzen
Das Klima in unseren Breiten sei zwar meist von milden Temperaturen geprägt, „doch der letzte Winter war selbst für unsere Verhältnisse zu warm und zu trocken“, erklärte Lutz Falkenried vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW, der als Studienleiter die Erhebungen für den Waldzustandsbericht mit seinen Kollegen durchführte. „Die Trockenzeit dauerte diesmal sechs Monate in Folge bis Ende April an. So begann die forstliche Vegetationszeit zweieinhalb Wochen früher – verglichen mit der Frühlingszeit von vor 20 Jahren. Es ist davon auszugehen, dass die Fichten bereits im April unter Trockenstress litten“, sagte Falkenried.
Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW: „Die Tendenz zeigt: Es gibt ein immer wärmeres und trockeneres Klima in der Haupt-Vegetationszeit. Der Wald muss sich dementsprechend anpassen, dieser Prozess setzt ihn stark unter Stress. Für den Lebenszyklus eines Waldes finden diese Prozesse in relativ kurzen Zeiträumen statt.“
Betroffen waren diesmal die Wälder im Rheinland und im Ballungsraum Rhein-Ruhr, wo es infolge starker Orkanböen zu großem Windwurf kam. Nicht zuletzt begünstigte dieses Jahr die außergewöhnlich hohe Luftfeuchtigkeit die Pilzinfektionen auf Blättern und an jungen Trieben von Bäumen.
Für den Waldzustandsbericht wird jedes Jahr im Juli und August der Kronenzustand von rund 10.000 Einzelbäumen nach einem vorgegebenen Stichprobenverfahren von Fachleuten aus der Forstwirtschaft begutachtet. Unter Einbeziehung von Wetterdaten und der Entwicklung von Schadorganismen werden die Ergebnisse ausgewertet und im Waldzustandsbericht zusammengefasst. 
 
Der Waldzustandsbericht steht im Internet zur Verfügung.
MKULNV Nordrhein-Westfalen

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