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Titelseite des Waldzustandsberichtes Sachsen-Anhalt

Waldzustandsbericht 2013 für Sachsen-Anhalt

 
Hauptergebnisse Waldzustandserhebung
Die mittlere Kronenverlichtung der Waldbäume in Sachsen-Anhalt beträgt in diesem Jahr 15 %, das Gesamtergebnis für alle Baumarten und Alter ist damit seit 2009 unverändert. In der Zeitreihe der Waldzustandserhebung wurden nur 1997 und 2007 geringere Werte verzeichnet.
Als häufigste Baumart in Sachsen-Anhalt prägt die Kiefer mit vergleichsweise geringen Verlichtungswerten die Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung besonders stark. Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung zeigen einen deutlichen Alterstrend: Die mittlere Kronenverlichtung der über 60-jährigen Waldbestände liegt mit 19 % mehr als doppelt so hoch wie die der jüngeren Waldbestände (8 %). Die Baumarten reagieren unterschiedlich. Für die Interpretation der Ergebnisse ist es daher wichtig, die Baumarten getrennt zu betrachten und den Anteil der Baumart an der Waldfläche zu berücksichtigen.
Die Baumartenverteilung in der WZE-Stichprobe in Sachsen-Anhalt ergibt für die Kiefer einen Flächenanteil von 53 %, Eiche und Fichte sind jeweils mit 11 % und die Buche mit 8 %vertreten. Die anderen Laubbäume nehmen einen Anteil von 15 %, die anderen Nadelbäume von 2 % ein. Zu Beginn der Beobachtungszeitreihe (1991) wurde für die ältere Kiefer eine mittlere Kronenverlichtung von 31 % festgestellt, inzwischen hat sich die Benadelungsdichte der Kiefer merklich verbessert. Mit einer mittleren Kronenverlichtung von 12 % ist der Kronenzustand weiterhin markant besser als der von Fichte, Buche und Eiche.
Für die ältere Fichte liegt die mittlere Kronenverlichtung bis zum Jahr 2003 zwischen 21 und 28 %. Die höchsten Verlichtungswerte wurden in den Jahren 2004 (34 %) und 2005 (35 %) ermittelt. Im Jahr 2013 beträgt die mittlere Kronenverlichtung 28 %.
Der Kronenzustand der Buche hat sich seit Beginn der Zeitreihe deutlich verschlechtert. Im Beobachtungszeitraum sind erhebliche Schwankungen in der Belaubungsdichte der Buche aufgetreten, die höchsten Kronenverlichtungswerte wurden im Jahr 2004 (43 %) ermittelt. Im Jahr 2011 wurde für die ältere Buche wieder ein hoher Verlichtungsgrad (37 %) festgestellt. In den Jahren 2012 und 2013 war eine Verbesserung des Belaubungszustandes auf jetzt 29 % mittlere Kronenverlichtung festzustellen.
Bei der älteren Eiche werden seit der ersten Erhebung vergleichsweise hohe Verlichtungswerte zwischen 31 und 40 % festgestellt. Die mittlere Kronenverlichtung beträgt in diesem Jahr 36 %. Schäden durch die Eichenfraßgesellschaft sind in diesem Jahr kaum aufgetreten.
Bei den anderen Laubbäumen erreicht die Kronenverlichtung (alle Alter) in diesem Jahr den geringsten Wert (14 %) in der Zeitreihe der Waldzustandserhebung. Der Anteil starker Schäden für den Gesamtwald in Sachsen- Anhalt (1,7 %) und die Absterberate (0,2 %) liegen weiterhin auf einem insgesamt sehr geringen Niveau.
Erhebliche Schäden durch Hochwasser
Minister Dr. Hermann Onko Aeikens hat am 22. November bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2013 in Magdeburg auf die Überflutungen der Wälder durch  das Hochwasser im Juni dieses Jahres hingewiesen. Infolge des Hochwassers wurden insgesamt etwa 21.000 ha Wald überflutet. Experten rechnen mit erheblichen Schäden im Baumbestand. Derzeit würden die Schäden in der Forstwirtschaft auf rund 38 Mio € geschätzt. Der Schwerpunkt liegt mit 11.000 ha im Elbe-Havel-Winkel, östlich der Elbe zwischen Genthin und Havelberg. In dieser Region handelt es sich überwiegend um Kleinprivatwald auf schwachen Sandstandorten, wesentliche Teile der überfluteten Bestände sind Kiefern.
Große Schäden durch Hochwasser und Starkregen sind an den forstwirtschaftlichen Wegen zu verzeichnen, wo das Wegematerial durch die Wassereinwirkung weggeschwemmt wurde. Eine schnelle Instandsetzung der forstlichen Infrastruktur ist aus Gründen des Waldschutzes dringend erforderlich. Für Entschädigungszahlungen stehen Mittel aus dem Hochwasser-Ausbauhilfefonds zur Verfügung. Die Anträge können bis Ende kommenden Jahres gestellt werden.

Positiv zu bewerten ist, dass durch die Umsetzung von Luftreinhaltemaßnahmen der Schwefeleintrag, der im Ökosystem eine stark versauernde Wirkung entfaltet, in beispielhafter Weise zurückging. Auch die Stickstoffeinträge und der Gesamtsäureeintrag sind rückläufig. Zur Erfassung der Belastung der Waldökosysteme durch Stoffeinträge werden diese in Sachsen-Anhalt seit 1998 auf zwei Flächen in Klötze und Nedlitz unter Kiefer erfasst. Im Beobachtungszeitraum haben der Ammoniumeintrag auf beiden Flächen sowie der Nitrateintrag in Klötze signifikant abgenommen. Sachsen-Anhalts Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens: „Eine standortsangepasste Bodenschutzkalkung zum Schutz der Waldböden vor weiterer Versauerung ist daher weiter empfehlenswert.“
Sorge bereiten weiterhin die Massenvermehrungen von Schadinsekten bei Eiche und Kiefer. 2013 mussten deshalb über 1.800 ha Eichen- und Kiefernwälder aus der Luft chemisch behandelt werden. Als Ursache für die Schäden an Eichen spielen nach wie vor Witterungsextreme in Kombination mit wiederholtem, starkem Blattfraß eine herausragende Rolle. Besorgniserregend ist, dass Eichen in den letzten Jahren in vielen Gebieten keine belastungsfreien Erholungsphasen hatten.
Der Waldzustandsbericht 2013 zum Herunterladen 

fp/MLU Sachsen-Anhalt

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