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Waldzustandsbericht Schleswig-Holstein 2012

Waldzustandsbericht 2012 Schleswig-Holstein

Der Zustand von Schleswig-Holsteins Wäldern hat sich in diesem Jahr weiter verbessert. Das geht aus dem Waldzustandsbericht hervor, den das Umweltministerium am 18. Dezember 2012 veröffentlicht hat. Die Kronenverlichtung ging im Durchschnitt von 20 Prozent im Jahr 2011 auf 16 Prozent zurück. Bei der Buche, Fichte, Kiefer und bei den anderen Nadelbäumen sind die Verlichtungswerte zurückgegangen, bei der Eiche und den anderen Laubbäumen gab es kaum Veränderungen zum Vorjahr. Damit liegt das Kronenverlichtungsniveau 2012 insgesamt deutlich unter den Werten des Jahres 2004, im dem der höchste Wert im Beobachtungszeitraum (24 %) erreicht wurde. „Den Wäldern in Schleswig-Holstein geht es insgesamt gut. Wir müssen uns aber weiterhin anstrengen, um sie gesund zu halten“, sagte Umweltminister Robert Habeck.
Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung zeigen einen deutlichen Alterstrend: Die mittlere Kronenverlichtung der über 60-jährigen Waldbestände liegt mit 22 % mehr als doppelt so hoch wie die der jüngeren Waldbestände (8 %). Bei den Laubbaumarten Buche und Eiche haben sich die Kronenverlichtungswerte im Beobachtungszeitraum deutlich erhöht. Die Entwicklung der Kronenverlichtung der Buche ist durch starke Schwankungen gekennzeichnet, in diesem Jahr ist eine gegenüber dem Vorjahr deutliche Verbesserung der Kronenverlichtungswerte der älteren Buche um 10 %-Punkte auf 23 % festzustellen.
Diese Entwicklung ist mit beeinflusst durch die Fruchtbildung. Im Vorjahr wurde die intensivste Fruchtbildung seit 1996 festgestellt, 2012 dagegen wurden mittlere und starke Fruchtbildung nur an 3 % der älteren Buchen beobachtet. Der Verlauf der mittleren Kronenverlichtung der älteren Eiche (2012: 26 %) wird beeinfl usst durch die Populationsdynamik der Eichenfraßgesellschaft. Fraßschäden haben auch in diesem Jahr zu Belaubungsdefi ziten der Eiche beigetragen. Bei der älteren Fichte wird seit Beginn der Zeitreihe der Waldzustandserhebung ein anhaltend hoher Verlichtungsgrad festgestellt. Der niedrigste Wert wurde 1992 ermittelt (24 %), der höchste im Jahr 2006 (37 %).
Mit einer mittleren Kronenverlichtung von 26 % wird in diesem Jahr ein vergleichsweise niedriger Wert erreicht. Die ältere Kiefer zeigt im Beobachtungszeitraum ebenfalls Schwankungen, 2004 waren die Verlichtungswerte am höchsten (27 %). Zurzeit sind die Verlichtungswerte niedriger (2012: 14 %). Im Jahr 2012 liegt die mittlere Kronenverlichtung der anderen Laub- und Nadelbäume (alle Alter) bei 13 % bzw. 10 %. Der Anteil starker Schäden für alle Baumarten und Alter (1,6 %) und die Absterberate (0,2 %) liegen auf einem insgesamt niedrigen Niveau. Witterung und Klima Die Waldbestände in Schleswig-Holstein sind mit einem leichten Niederschlagsdefi zit aus dem Winter 2011/2012 in ein trockenes, warmes und sonnenscheinreiches Frühjahr gestartet.
Das Niederschlagsdefizit wurde erst durch überdurchschnittliche Niederschläge im Juni und Juli ausgeglichen. Auf die Kronenentwicklung der Waldbäume in Schleswig-Holstein hat sich dieser Witterungsverlauf positiv ausgewirkt. Seit Ende der 1980er Jahre zeigt sich in Schleswig-Holstein die Tendenz zu durchschnittlichen Temperaturen oberhalb des langjährigen Mittels. Bei den Niederschlägen sind erhebliche Schwankungen vor allem in den Sommermonaten für die Zeitreihe 1984-2012 typisch, Trends in den durchschnittlichen Niederschlägen zeichnen sich nicht ab.
„Um den Klimawandel zu verlangsamen, brauchen wir intakte Wälder. Sie spielen aber auch für die Erholung und die Bewirtschaftung eine große Rolle““, sagte Habeck. Die Bewirtschaftung sollte nachhaltig und standortgerecht sein. „“Wir dürfen beispielsweise Holz als nachwachsenden Rohstoff nur so weit nutzen, wie es der Nährstoffhaushalt des jeweiligen Waldes zulässt.“
MELUR/NWFVA

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