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Waldzustandsbericht 2011 Sachsen-Anhalt

Waldzustandsbericht 2011 Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalts Wäldern sind zunehmend Massenvermehrungen von Schadinsekten bei Eiche und Kiefer zu beobachten. So zeigten in diesem Jahr 24 Prozent der älteren Eichen mittlere und starke Fraßschäden durch die Schmetterlingsraupen der Eichenfraßgesellschaft. 2010 wurden an 15 Prozent der älteren Eichen ausgeprägte Fraßschäden registriert. Das geht aus dem 21. Waldzustandsbericht hervor, den Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens gemeinsam mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchanstalt am 12. Dezember in Magdeburg vorstellte.
In diesem Jahr musste deshalb über 3.500 Hektar Eichen- und Kiefernwälder mit Pflanzenschutzmitteln aus der Luft behandelt werden. Für 2012 wird sich voraussichtlich die bekämpfungsnotwendige Waldfläche deutlich erhöhen. Die Nordwestdeutsche Versuchsanstalt und das Landeszentrum Wald arbeiten derzeit daran, eine Prognose zur Waldschutzentwicklung zu erstellen und erforderliche Maßnahmen vorzubereiten. Aeikens: „Der Klimawandel macht auch vor dem Wald nicht halt. Die Belastung der Bäume durch Forstschädlinge ist deshalb besorgniserregend. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Wälder für die Zukunft gut gerüstet sind. Außerdem ist die Senkung von Schadstoffeinträgen weiterhin das Gebot der Stunde.“
Weiterhin geht aus dem Bericht hervor, dass die mittlere Kronenverlichtung der Waldbäume bei 15 Prozent liegt. Das Gesamtergebnis für alle Baumarten und Alter verzeichnete nur 1997 und 2007 geringere Werte. Dieser Wert wird stark durch den relativ guten Zustand der Kiefer geprägt, der mit 54 Prozent Flächenanteil häufigsten Baumart in Sachsen-Anhalt. Verschlechtert hat sich der Kronenzustand der älteren Buchen und Eichen. So wurde für die ältere Buche in diesem Jahr wieder ein hoher Verlichtungsgrad von 37 Prozent festgestellt.
Die Ursachen für die festgestellten Vitalitätsverluste sind vielfältig. Die anhaltende Erhöhung der Durchschnittstemperatur mit immer wieder auftretenden, zuvor noch nie gemessenen Temperaturrekorden hat sich auf den Gesundheitszustand der Wälder ungünstig ausgewirkt. So war die Witterung durch einen kalten und schneereichen Dezember 2010 und ein sehr warmes trockenes Frühjahr 2011 geprägt.
Auch die Einträge von Schwefel und Stickstoff sind für die Waldökosysteme von besonderer Bedeutung. Durch erfolgreiche Luftreinhaltemaßnahmen sind die Schwefeleinträge deutlich zurückgegangen, bei den Stickstoffeinträgen wird eine leicht rückläufige Tendenz festgestellt. Dennoch übersteigen die Säureeinträge das nachhaltige Puffervermögen der meisten Waldstandorte.
Anhand der Ergebnisse der zweiten Bodenzustandserhebung wurde festgestellt, dass in Sachsen-Anhalt die Böden saurer werden und die Nährstoff-Versorgung der Waldbäume unausgewogen ist. Die Versauerung der Böden ist in Sachen-Anhalt sehr unterschiedlich. Mit Kompensationskalkungen können die Böden im nordwestlichen Bereich der Altmark und im Harz verbessert werden. Der Landesforstbetrieb hat bereits in diesem Jahr Kalkungen im Harz auf 600 Hektar durchgeführt.
Die Waldzustanderhebung ist einer der wichtigsten Bausteine des forstlichen Umweltmonitorings. Im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt führt die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt mit Sitz in Göttingen die jährliche Erhebung des Waldzustandes durch. Dazu hatten Forstexperten an 274 Stellen im Wald ca. 6.500 Bäume begutachtet.
MLU

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