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Titelseite des Waldzustandsberichtes 2011 für Mecklenburg-Vorpommern

Waldzustandsbericht 2011 für Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht

Der Gesundheitszustand der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern ist weiterhin stabil, so Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus anlässlich der Bekanntgabe der Ergebnisse der Waldzustandserhebung für das Jahr 2011. „Es ist besonders positiv, dass in Mecklenburg-Vorpommern der Anteil der ungeschädigten Bäume um 3 % auf 30 % gestiegen ist und wir keine Verschlechterung bei Bäumen mit deutlichen Schädigungen vorfinden.“  Dabei gebe es aber deutliche baumartenspezifische Unterschiede. Auch wurden mögliche Schäden oder spürbare Vitalitätsverluste durch die extrem hohen Sommerniederschläge, die lokal sogar zu einer längeren Überflutung von Waldbeständen führte, bei der Inventur 2011 noch nicht registriert. Darüber wird erst die kommende Waldzustandserhebung genaue Kenntnisse liefern.

Der Waldzustand 2011 wird maßgeblich von zwei Fakten beeinflusst: Zum einen durch die weitere Verbesserung des Kronenzustandes der Kiefer, und zum anderen durch eine starke Fruchtbildung fast aller Waldbäume. Dies trifft besonders für Mecklenburg-Vorpommerns wichtigste Laubbaumart, die Rotbuche, zu. Ihr mittlerer Blattverlust erhöhte sich sprunghaft um 6,8 % auf 25,7 %.

Seit 1996 erweist sich die Kiefer, welche aktuell 39,5 % der bestockten Fläche einnimmt, als sehr robuste Baumart. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich der mittlere Nadelverlust um 1,1 % auf 18,6 %. Relativ günstige Witterungsbedingungen und kaum Schädlingsbelastungen in den zurückliegenden drei Jahren sowie eine geringe Fruktifikation haben sich förderlich auf ihren Gesundheitszustand ausgewirkt.

Der mittlere Nadel-/Blattverlust von Fichten und der Gruppe der sogenannten sonstigen Laubbäume (u.a. Erle, Birke, Esche) verschlechterte sich leicht (19,5 %; +1,1 % bzw. 17,2 %; +0,2 %), während sich dieser Wert bei den Eichen und sonstigen Nadelbäumen leicht verbesserte bzw. gleich blieb (21,8 %; -0,6 bzw. 16,3 % +0).

Bei den sonstigen Laubbäumen wurden die andauernden Schäden bei der Esche durch die positiven Entwicklungen bei den anderen Baumarten in dieser Gruppe insgesamt ausgeglichen.

Trotz aktuell leichter Erholung zeigt der langjährige Trend insbesondere bei der älteren Eiche den Zustand eines latent vorhandenen Eichensterbens. Dies dürfte eine Reaktion auf die klimatischen Stressereignisse der letzten 20 Jahre sein.

Die Schadstoffeinträge aus der Luft haben seit Beginn der 1990er Jahre insgesamt abgenommen. Dazu hat besonders die starke Reduzierung der Schwefeleinträge beigetragen. Demgegenüber liegen die Stickstoffeinträge noch über der ökologischen Belastungsgrenze vieler Waldstandorte. Weitere Anstrengungen zur Reduzierung der Einträge müssen daher unternommen werden.

Wie im Vorjahr wurden bei der Eiche und der Gruppe der sonstigen Laubbäume merkliche Schäden durch blattfressende Raupen registriert. Wärme liebende Arten, wie der pilzliche Erreger des neuartigen Eschentriebsterbens (Chalara fraxinea) und der Eichenprozessionsspinner etablieren sich weiter. Auch dies ist ein Indiz für die aktuellen Klimaveränderungen.

 

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LU MV

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