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Waldzustandsbericht 2010 für Sachsen-Anhalt vorgestellt

Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens hat am 13. Dezember in Magdeburg den diesjährigen Waldzustandsbericht vorgestellt. Das Gesamtergebnis der Waldzustandserhebung 2010 weist für den Wald in Sachsen-Anhalt eine mittlere Kronenverlichtung von 15 % aus. Damit hat sich der Kronenzustand im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Die älteren Buchen, Eichen und Fichten zeigen weiterhin einen vergleichsweise hohen Kronenverlichtungsgrad zwischen 26 % und 33 %. Die mittlere Kronenverlichtung der älteren Kiefer liegt sehr viel niedriger (13 %). Der Anteil starker Schäden (2 %) und die Absterberate (0,5 %) haben sich gegenüber dem Vorjahr erhöht, liegen aber weiterhin auf einem geringen Niveau.
Zum zwanzigsten Mal wurde die Erhebung des Kronenzustandes der Waldbäume durchgeführt. Dazu hatten Forstexperten im Spätsommer an 280 Stellen im Wald ca. 7.000 Bäume begutachtet. Die Waldzustandserhebung ist einer der wichtigsten Bausteine des forstlichen Umweltmonitorings. „Nach wie vor sind wir mit dem Kronenzustand der älteren Buchen und Eichen unzufrieden. Auch die älteren Fichten weisen seit dem Jahr 2004 eine relativ hohe Kronenverlichtung auf. Dem gegenüber ist die durchschnittliche Kronenverlichtung bei den Kiefern sehr viel geringer“, so Aeikens. Durchschnittlich ist bei den älteren Buchen, Fichten und Eichen jeder dritte Baum deutlich geschädigt.
Die Ursachen der seit den 80er Jahren aufgetretenen Waldschäden sind vielfältig. War es damals der vor allem durch Schwefelemissionen hervorgerufene saure Regen, machen sich jetzt die Erhöhung der Durchschnittstemperaturen und die Stickstoffimmissionen bemerkbar. Beides wirkt sich ungünstig auf den Gesundheitszustand der Wälder aus. Durch den Klimawandel haben Witterungsanomalien wie Dürreperioden und Orkane zu einer angespannten Waldschutzsituation geführt. „Die immer wieder auftretenden Massenvermehrungen von Borkenkäfern und nadelfressenden Schmetterlingsarten in den Nadelwäldern sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass es der Wald schwer hat“, hob Aeikens hervor.
Mit dem Abschluss der zweiten Bodenzustandserhebung sind vergleichende Betrachtungen zum Bodenzustand der Jahre 1992 bis 1994 möglich. „Zwar konnten die Schwefeldioxid-Emissionen seit 1990 reduziert werden, aber noch immer werden die Wälder durch saure Stoffeinträge und nach wie vor hohe Stickstofffrachten beeinträchtigt“, gab Aeikens zu bedenken. Die Folge ist eine weitere Versauerung der Böden und gestörte Nährstoffversorgung der Waldbäume. „In Zusammenarbeit mit den Experten der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt werden wir Modelle entwickeln, wie mit forstlichen Maßnahmen eine Verbesserung des Waldzustandes erreicht werden kann“, kündigte Aeikens an.
Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt hat ihren Sitz in Göttingen und führt im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt die jährliche Erhebung des Waldzustandes durch.
Info:

Waldzustandsbericht 2010 (5,3 MB)

 
MLU Land Sachsen-Anhalt

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