Der Gesundheitszustand der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern verschlechterte sich 2022 z. T. deutlich.
Der Gesundheitszustand der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern verschlechterte sich 2022 z. T. deutlich.
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Waldzustand in Mecklenburg-Vorpommern: Klimawandel wird spürbar

09. Januar 2023
Laut des aktuellen Waldzustandsberichts für Mecklenburg-Vorpommern hat sich im letzten Jahr der Gesundheitszustand der Wälder im Land aufgrund der Witterung über alle Baumarten hinweg verschlechtert.

Die Waldzustandserhebung 2022 für Mecklenburg-Vorpommern (M-V) hat ergeben, dass sich die Vitalität der Waldbäume im Land verschlechtert hat. Demnach erhöhte sich der Anteil von Bäumen mit deutlichen Schäden (= Bäume mit mehr als 25 % Nadel- oder Blattverlust) von 20 % im Jahr 2021 auf 26 % im Jahr 2022. Besonders alarmierend sei die Tatsache, dass dieser Vitalitätsverlust über alle Baumarten beobachtet werden konnte.

Die Kiefer ist die häufigste Waldbaumart in M-V. Daher bestimmt sie maßgeblich das Ergebnis der Waldzustandserhebung. Ihr mittlerer Nadelverlust beträgt 22,5 %. Die warme und trockene Witterung der vergangenen Jahre führte demnach auch bei der Kiefer zu einem verschlechterten Kronenzustand. Trotz ihres tief reichenden Wurzelsystems und der hohen Trockenheitstoleranz sei auch die Kiefer unter Klimastress geraten, heißt es in einer Pressemitteilung der Landesforstanstalt M-V.

Klimawandel inzwischen deutlich spürbar

Die ersten Folgen des Klimawandels sind spürbar und es sei mit weiteren Veränderungen zu rechnen, sind sich die Waldschutzexpertinnen und -experten der Landesforstanstalt sicher: Ansteigende Temperaturen, wärmere Winter, abnehmende Sommerniederschläge und extreme Witterungsereignisse (Orkane, Dürren, Überschwemmungen) seien mögliche Folgen.

Auch die Waldbrandgefährdung sei 2022 wie in den Vorjahren extrem hoch gewesen. M-V mit seiner Waldfläche von 558.000 ha gehört zu den waldbrandgefährdeten Gebieten in Deutschland. Vor allem in den Kiefernwaldgebieten der Landkreise Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Greifswald und Ludwigslust-Parchim sei die Zündbereitschaft bei entsprechender Wetterlage besonders hoch.

Im Rahmen der Landesinitiative „Unser Wald in Mecklenburg-Vorpommern“ hat die Landesforstanstalt M-V nach eigener Aussage eine Aufforstungskampagne auf den Weg gebracht, die dabei helfen soll, den Wald besser an künftige Klimaveränderungen anzupassen. 10 % der landeseigenen Flächen, 8.600 ha, sollen demnach in den nächsten zehn Jahren aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen und für Erstaufforstung, Moor- und Naturschutzmaßnahmen und zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verwendet werden. Damit würden jedes Jahr über 400 ha zur Waldmehrung zur Verfügung stehen.

Der Waldzustandsbericht 2022 für Mecklenburg-Vorpommern kann hier heruntergeladen werden.

Mit Material der Landesforstanstalt M-V