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Waldverband Österreich: Mountainbiken im Wald muss für alle verträglich bleiben

Diverse Gruppen in Österreich fordern die generelle Öffnung aller Forststraßen und Waldwege für Mountainbiker. Die diesbezügliche Änderung des Forstgesetzes wäre ein massiver Eingriff ins Eigentum. „Ich bin sehr verwundert, dass sich auch der Alpenverein für eine Freigabe der Forststraßen einsetzt. Ein Großteil seiner Mitglieder sind Wanderer und Spaziergänger, die sich laut einer GfK Umfrage mehrheitlich in ihrer Erholung durch Mountainbiker gestört fühlen“, erklärte Ök.-Rat Rudolf Rosenstatter, Obmann vom Waldverband Österreich.
„Für uns kommen nur vertragliche Lösungen in Frage, wo das Haftungsrisiko für Waldeigentümer minimiert wird. Eine generelle Öffnung würde hingegen zu einer Verschärfung der Situation führen. Im Übrigen sind bereits 27.000 km Mountainbikewege, eine Strecke von Graz bis Peking, auf vertraglicher Basis freigegeben. Auch das Mountainbikemodell 2.0 des Landes Tirol ist ein international herzeigbares Modell. Umso interessanter ist es nun, warum der Alpenverein gegen sein eigenes mitentwickeltes Modell auftritt“, so der Obmann.
Unzumutbare Belastung
„Der Gesetzgeber hat im § 33 des Forstgesetzes das Betreten des Waldes zu Erholungszwecken klar geregelt. Es handelt sich um ein Legalservitut, d.h. ein durch ein Gesetz eingeräumtes Recht, das von allen ausgeübt werden darf, da es im öffentlichen Interesse ist. Der Waldeigentümer muss dieses Recht dulden. Eine Ausweitung dieses Rechtes auf das Radfahren im Wald ist eine unzumutbare Belastung in der Waldbewirtschaftung“, stellt Rosenstatter klar.
„Auch der in der Diskussion so hochgepriesene Gesundheitsaspekt des Mountainbikens muss hinterfragt werden. Österreichweit kam es 2014 zu 6.600 Mountainbikeunfällen, die wenn nicht stationär so doch ambulant im Spital endeten. Allein in Tirol verunglücken jährlich rund 200 Mountainbiker so schwer, dass sie stationär behandelt werden müssen“, ergänzte Rosenstatter.
Miteinander Lösungen suchen
„Das Eigentum ist von der Verfassung geschützt und muss geschützt bleiben. Kaum jemand würde bei hochsommerlichen Temperaturen auf die Idee kommen, einfach so den Pool des Nachbarn zu benutzen. Daher wird man entweder ein öffentliches Freibad aufsuchen oder den Nachbarn fragen, ob man sich abkühlen darf. Daher bieten wir weiterhin den Dialog an. Wo Bedarf an Mountainbikewegen notwendig erscheint und artikuliert wird, sollen vor Ort, im Miteinander Lösungen gesucht werden. Nur so kann bestmöglich gewährleistet werden, dass freigegebene Strecken zur Sicherheit im Wald für alle beitragen. Daher unterstützt auch der Waldverband Österreich die Aktion des Österreichischen Forstvereins „Sicherheit im Wald für alle, www.sicherheitimwaldfueralle.at„, so der Obmann abschließend.
Waldverband Österreich

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