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Waldverband Österreich: Klares Nein zu Außer-Nutzung-Stellungen im Wald

Der Waldverband Österreich lehnt Forderungen des WWF nach großflächigen Außer-Nutzung-Stellungen von 10 % der Wirtschaftswaldfläche unter dem Deckmantel „Wildnisgebiete“ entschieden ab, so Rudolf Rosenstatter, Obmann Waldverband Österreich in einer Medienmitteilung.
„Derartig überzogene Forderungen tragen zur Abholzung der Urwälder bei und sind ein Bekenntnis zu Stahl, Beton, Öl, Kohle, Atomenergie und ein klares Nein zum aktiven Klimaschutz“, verurteilt Rosenstatter pauschale Forderungen nach Stilllegungen. Österreich habe bereits ein etabliertes Netz von Schutzgebieten wie zum Beispiel Nationalparks, Natura-2000-Gebiete und Naturwaldreservate, die vorrangig die Biodiversität fördern, was von der Forstwirtschaft grundsätzlich unterstützt wird. Die Gesellschaft brauche aber vielmehr multifunktionale Wälder, die einerseits den Rohstoff Holz bereitstellen und andererseits ihre Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungswirkung zum Wohle der Bevölkerung erfüllen, begründet der Obmann seine Haltung.
Eine aktuelle Studie der Universität für Bodenkultur zeigt, dass eine 10-%ige Außer-Nutzung-Stellung von Wirtschaftswäldern verheerende volkswirtschaftliche Folgen hätte. Die Berechnungen belegen, dass bei verstärktem Trend zu sinkenden Rohholzimporten aus europäischen Nachbarländern ein Verlust von rund 95.000 Arbeitsplätzen oder fast einem Drittel der Einkommensbezieher in der Wertschöpfungskette Holz droht. Dabei wird berücksichtigt, dass Außer-Nutzung-Stellungen in ganz Europa gefordert werden und die Nachfrage nach Holz in diesen Ländern ebenfalls steigt.
„Das Angebot von Holz würde durch die Stilllegung von heimischen Wirtschaftswäldern künstlich verknappt. Das Holz müsste dann von außerhalb Europas kommen, da die Nachfrage nicht geringer wird. Das sind aber teilweise genau jene Länder, in denen Korruption und Missachtung der Gesetze zu illegalen Abholzungen und nicht nachhaltiger Waldbewirtschaftung führen. Deshalb muss es vielmehr das Ziel sein, die so erfolgreiche, nachhaltige und multifunktionale Waldbewirtschaftung als Erfolgsmodell gemeinsam mit unseren Holzprodukten zu exportieren“, so Rosenstatter abschließend.
 
Waldverband Österreich

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