Ein aktiv bewirtschafteter Wald und die Nutzung von Holz sind unabdingbar für die europäische Energiewedne, sagt der Waldverband Österreich und kritisiert die aktuelle EU-Politik.
Ein aktiv bewirtschafteter Wald und die Nutzung von Holz sind unabdingbar für die europäische Energiewedne, sagt der Waldverband Österreich und kritisiert die aktuelle EU-Politik.
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Waldverband Österreich: Holz ist unverzichtbarer Teil der Energiewende

09. Januar 2023
Am 11. Dezember war der „Internationale Tag der Berge“. Mit ihm setzen sich die Vereinten Nationen jedes Jahr das Ziel, die breite Bevölkerung auf die Besonderheiten der Bergregionen aufmerksam zu machen. Für das Gebirgsland Österreich zählen auch die wichtigen Schutzwälder – Wälder die vor Naturgefahren wie Lawinen, Muren und Steinschlag schützen – zu diesen Besonderheiten.

Diese gelte es aktiv zu pflegen und „funktionstüchtig“ zu halten, erklärt der Waldverband Österreich. „Wir brauchen unterstützende Maßnahmen und keine beschränkenden EU-Vorgaben bei der Pflege unserer Wälder und der Holznutzung“, prangert Ök.-Rat Rudolf Rosenstatter, Obmann des Waldverbands die aus Verbandssicht fehlgeleitete waldbezogene EU-Politik an.

EU lässt Schuldenberge für fossile Energie wachsen

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Handelsbilanzen Holz und fossile Energieträger
Der Waldverband Österreich stellt die Handelsbilanzen für Holz und fossile Energieträger gegenüber. Während man mit Holz Geld verdiene, haben Kohle, Öl und Gas eine negative Außenhandelsbilanz.
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Eine klimafitte und enkeltaugliche Waldpflege sichere Arbeitsplätze und Einkommen für rund 300.000 Menschen. Mit einem Überschuss von rund 5 Mrd. € zähle die Wertschöpfungskette Forst Holz Papier auch 2021 wieder zu den wichtigsten Aktivposten der österreichischen Volkswirtschaft. In Wald & Holz stecke ein enormes Potential für den Kampf gegen den Klimawandel wie z.B. durch die Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten und der Ersatz fossiler Rohstoffe.

Wald und Holz seien ein wichtiger Teil der Wärme und Energie-Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten aus kriegführenden Nationen. Die EU, die eigentlich die europäische Energie-Unabhängigkeit und die Energiewende vorantreiben sollte, beschränke aber mit der EU-Erneuerbaren-Energien-Richtlinie die Waldpflege und Holznutzung.

„Die EU treibt uns damit weiter in die Abhängigkeit und Willkür kriegführender Despoten. Mit jedem Festmeter Holz, den uns die EU nicht nutzen lässt und mit jedem teuer bezahlten Barrel Öl bzw. Kubikmeter Gas fließen enorme Geldmengen und Kaufkraft unwiederbringlich in Länder ab, die Kriege führen und Menschenrechte mit Füßen treten. Damit lässt die EU unsere Schuldenberge für fossile Energieimporte rasant wachsen“, ärgert sich Rosenstatter über die beschränkenden EU-Vorgaben.

Verwahrloster Wald schützt nicht

Tatsächlich mache es den Anschein, als wären die positiven Auswirkungen einer enkeltauglichen Waldpflege und klimaneutralen Holzverwendung für die Umwelt in Brüssel noch nicht bekannt.

„Die aktuelle EU-Waldpolitik zeigt, dass die große Bedeutung klimafitter Wälder, deren Erhalt und die Holznutzung als wesentlicher Teil im Kampf gegen den Klimawandel am Brüsseler Verhandlungstisch nicht erkannt wird. Ich kann es mir nur so erklären, denn der von der EU angestrebte „sich selbst überlassene Wald“ ist ein absolut fatales Zeichen, so Rosenstatter.

Nicht pflegen bedeute verwahrlosen lassen und ein verwahrloster Wald werde gerade im Gebirge auf lange Sicht auch den Schutz der Bevölkerung nicht sichern können. „Wann erkennt man in Brüssel endlich die positive Schlüsselrolle von Wald und Holz für den Klima- und Menschenschutz und dass Holz ein unverzichtbarer Teil der Energiewende ist“, fragt Rosenstatter abschließend.

Quelle: Waldverband Österreich