Holzverkauf und Holzpreise

Waldverband empfiehlt Holznutzungen vorzuziehen

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Die Preise für Sägerundholz in Österreich haben in den letzten Wochen kräftig angezogen und mit Juli ein nominelles Allzeithoch erreicht. Von diesen Holzpreisen profitieren jedoch nur Waldbesitzer, die diese Marktphase auch nutzen. Darauf weist der Waldverband Oberösterreich hin.

Entgegen den letzten Jahren werde heuer deutlich weniger Schadholz erwartet und der Rundholzstrom in den nächsten Monaten voraussichtlich eher gering sein, erklärt der Waldverband. Deshalb werde die Sommerzeit ein guter Zeitpunkt für Normalnutzungen sein. Für Waldbesitzer, die bereit seien, auch in den Sommermonaten Rundholz zu produzieren, biete sich aktuell die Chance auf einen guten Absatzmarkt mit einer zügigen Abwicklung und hohen Preisen für Sägerundholz.

Maschineneinsätze vorziehen

Bei anhaltender guter Marktlage im Herbst und Winter sei zu erwarten, dass die Produktion großflächig und verstärkt einsetzen wird und vor diesem Hintergrund sollten Nutzungen auf die Monate Juli bis September vorgezogen werden. Dadurch könne der Produktionszeitraum ausgedehnt und der Holzfluss kontinuierlich und planbar abgewickelt werden.

Da Waldbesitzer, die Nutzungen selbst motormanuell durchführen, im Sommer nicht die Zeit dafür finden, sollten vor allem solche, die normalerweise Harvester oder Seilkran einsetzen, ihre Nutzung vorziehen, empfiehlt der Waldverband. Denn Maschineneinsätze seien zügig abzuwickeln und das anfallende Holz könne rasch abgefahren werden.

110 €/Fm für Sägerundholz

Die Verfügbarkeit von Rundholz in ganz Mitteleuropa sei derzeit gering und billiges Schadholz nicht mehr verfügbar. Die Schnittholzmärkte florieren weiterhin mit einem noch nie dagewesenen Preisniveau und die gesamte Holzindustrie sei deshalb bestrebt, ihre Einschnitte zu steigern. All diese Faktoren führten in den letzten Monaten zu der rasanten Preisentwicklung.

Die Holzpreise für Nadelsägerundholz erhöhten sich im dritten Quartal 2021 nochmals deutlich und der Preis für Fichten-Blochholz der Güteklassen B/C ab einem Mittendurchmesser von 20 cm liegt bei rund 110,00 €/Fm. Auch die Abschläge für schlechte Qualitäten (CX, Käfer) wurden reduziert. Die Angebotspreise gelten bis Ende September.

Industrieholzpreis weiter im Keller

Deutlich anders stelle sich die Situation bei Industrieholz dar! Der Absatz von Nadel- und Laubfaserholz erfolge zwar zügig und hemme somit nicht die Nutzungen, jedoch können weiterhin keine spürbaren Preiserhöhungen umgesetzt werden. Das bestehende Preisniveau liegt zwischen 53,00 und 58,00 €/to-atro. Dies ergibt umgerechnet für Fichten-Faserholz einen Preis von 26 €/Fm.

Zusätzlich sei der Absatz von Schleifholz überwiegend weggebrochen, daher könne für dieses Sortiment nur der Faserholzpreis angesetzt werden. Es sei nicht zu erwarten, dass sich diese Situation ändert. Maßnahmen in schleifholzträchtigen Beständen sollten daher in Abhängigkeit von der Dringlichkeit erfolgen, rät der Waldverband.

Borkenkäfer

Weiterhin müsse die Entwicklung des Borkenkäfers im Auge behalten werden. Auch die starken Hagelschäden der letzten Wochen können Beschädigungen an den Bäumen verursacht haben, was in Folge zu erhöhtem Borkenkäferrisiko führe. Die Borkenkäferaktivität habe jahreszeitbedingt merklich zugenommen, daher sollte die positive Marktsituation zur Vorbeugung und zur Aufarbeitung von befallenen Beständen genutzt werden, rät der Waldverband abschließend.

Quelle: WV Oberösterreich