Kulturen

Bucheckern-Saat mit dem Pferd

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Die Förster in Brandenburg bauen die Kiefernforste schon seitJahrzehnten um. Um die Reinbestände fit für den Klimawandel zu machen, müssen sie das Tempo aber noch erhöhen. Die Landeswaldoberförsterei Reiersdorf setzt dabei auch auf die Pferdesaat. Der Unternehmer Stephan Dietrich hat dafür eigens eine Sämaschine entwickelt.

Die Landeswaldoberförsterei Reiersdorf ist reich an Kiefernforsten. Tausende Hektar in allen Alterstufen gibt es. So typisch diese Wälder für die Schorfheide nördlich von Berlin auch sind:früher wuchsen hier Eichen, und auf den Klimawandel sind die Reinbestände schlecht vorbereitet. Die Förster bauen sie daher schon seit 30 Jahren in Mischwälder um. Etwa 150 ha unterbauen sie jährlich mit Eichen und Buchen. In den meisten Revieren der Oberförsterei geschieht das im Zuge der Pflanzung, aber auch die Naturverjüngung spielt eine Rolle – auf 10 bis 20 % der Umbaufläche werden die Laubbäume zudem gesät. Besonders fleißig ist in dieser Hinsicht der Leiter des Forstreviers Wucker, Hans-Otto Vöcks. Er bevorzugt diese Art der Verjüngung, weil die Pflanzen ihr Wurzelwerk bei dieser Methode frei entfalten können und dadurch auch bei Trockenheit besser durchhalten als die übliche Baumschulware, deren Wurzeln beim Roden der Beete unterschnitten werden und vor dem Pflanzen nicht selten noch einmal.

Blaubeersträucher

Letztes Jahr hat der landeseigene Maschinenbetrieb in Doberlug-Kirchhain für die Saat in Vöcks Revier die Forstraupe Moritz von Pfanzelt Maschinenbau ausprobiert. Der Allgäuer Hersteller bietet ein spezielles Anbaugerät für solche Arbeiten an. Sie hat sich im Revier Wucker aber nicht bewährt, weil die Standorte dort mächtige Rohhumusauflagen aufweisen und flächig mit hohen Blaubeersträuchern bewachsen sind. Beides hat die Fräse des Pfanzelt-Sägerätes nicht wie gewünscht bewältigt. Vöcks setzt daher weiter auf die Pferdesaat, die in der Region vier Unternehmen anbieten.

Zu ihnen zählt neuerdings auch der Fjordpferdehof „Insel“ bei Marienwerder. Sein Inhaber Stephan Dietrich hat für diese Aufträge extra ein Sägerät gebaut. Wir haben ihn Anfang Mai im Wald besucht, wo er auf rund 5 ha Bucheckern ausgebracht hat. Auf der etwa 80-jährigen Umbaufläche hatte drei Jahre zuvor ein anderes Unternehmen bereits Pflugstreifen angelegt, um den Mineralboden freizulegen. Die damals ausgesäten Eicheln gingen aber nicht auf, weil sie nicht richtig gelagert worden waren. Dietrich versuchte es dieses Jahr mit Bucheckern aus der landeseigenen Forstbaumschule Lübbesee erneut. Zuvor hatte ein befreundeter Kollege die alten Pflugstreifen noch einmal aufgemacht.

Sein Gerät hat er, so wie viele Pferderücker, selbst gebaut. „Es gibt niemanden, der dich dabei anleitet. Wie tief soll es die Bucheckern zum Beispiel in den Boden einarbeiten? Das gibt dir jeder Förster etwas anders vor.“ Als Grundgerät wählte Dietrich einen alten Pferde-Scheibenpflug für den Forsteinsatz.

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Den vollständigen Artikel finden Sie in der Forst & Technik 7/2021. Oder in unserer digitalen Ausgabe.

Oliver Gabriel